Die Gebühren für Bio- und Restmüll werden 2021 teilweise drastisch steigen. © WBL (A)
Haupt- und Finanzausschuss

Müllgebühren in Lünen steigen 2021 deutlich an

Auf die Bürgerinnen und Bürger in Lünen kommt ein Gebührenhammer zu: Die Kosten für die Abfallentsorgung steigen im Jahr 2021 um rund 10 Prozent. Ein im wahrsten Sinn des Wortes hausgemachtes Problem.

Dass die Gebühren für Abfallentsorgung teurer werden würden, war schon vor der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Donnerstag (10. Dezember) klar: In ihrer Vorlage mit der Kalkulation für 2021 ging die Verwaltung zum Beispiel beim Restmüll von einer Steigerung in Höhe von 4,2 Prozent gegenüber dem laufenden Jahr aus. In absoluten Zahlen ausgedrückt: Statt rund 2,25 Euro sollte der Liter Restmüll in der Entsorgung künftig rund 2,35 Euro kosten. Beim Biomüll steigert sich der Preis pro Liter um knapp ein Prozent von 1,03 auf 1,04 Euro.

Doch in der Sitzung eröffnete die Erste Beigeordnete Bettina Brennenstuhl den Politikern, dass es bei der Kalkulation einen Fehler gegeben hat: „In einer Tabelle wurde ein Feld versehentlich überschrieben.“ Das führte dazu, dass an einer Stelle eine Null stand, wo eigentlich eine ganz andere Zahl hätte stehen sollen: „Bei der Grundgebühr für den Sperrmüll wurden rund 390.000 Euro nicht berücksichtigt.“ Das sei mittlerweile geändert – mit dem Ergebnis, dass die Restmüllentsorgung nun um 9,6 Prozent teurer wird.

Größere Müllmengen, geringere Erlöse

Zwei Gründe nannte Bettina Brennenstuhl, die vor allem zu diesem Anstieg geführt hätten: Zum einen ist der Erlös pro verwerteter Tonne Altpapier, den die Stadt eingenommen hat, von rund 55 auf rund 10 Euro gesunken. „Große Kataloge wurden eingestellt, entsprechend ist die Menge geringer und die Qualität des übrigen Papiers schlechter.“ Wesentlich stärker fällt jedoch der Anstieg der Hausmüllmengen ins Gewicht: Hier kalkuliert die Stadt für 2021 mit 1100 Tonnen mehr als im laufenden Jahr. „Die Kosten in diesem Punkt steigen um 11 Prozent auf 316.228 Euro.“

Ein Ergebnis, mit dem die Politik natürlich nicht zufrieden war. Rüdiger Billeb (SPD) regte an, die Restsumme aus der Überdeckung des Vorjahres (rund 56.000 Euro) mildernd einzusetzen. Bisher war diese Überdeckung beim Posten für Biomüll verrechnet worden – und das sollte nach Meinung von Bettina Brennenstuhl auch so bleiben, denn das sei die für den Bürger günstigste Variante. „Wir werden das aber noch einmal prüfen.“

Günther Koch (CDU) befürchtete, dass die Zahl der wilden Müllkippen in Lünen zunehmen würde, wenn die Entsorgungsgebühren weiter steigen. „Ich denke, wir hätten dieses Phänomen auch, wenn wir keine Gebührensteigerung hätten“, sagte die Erste Beigeordnete dazu. „Das ist ein gesellschaftliches Problem, das sich auch in Städten zeigt, wo beispielsweise der Wertstoffhof gar keine Gebühren verlangt.“

Über die neu kalkulierte Vorlage wird der Stadtrat am 17. Dezember (17 Uhr, Erlebnisreich-Campus) beraten und entscheiden.

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Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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