Lüner Müllriese Remondis darf Grünen Punkt nicht kaufen

Bundeskartellamt entscheidet

Die Übernahme des Grünen Punktes durch den Abfallkonzern Remondis ist gestoppt. Das Bundeskartellamt hat die Firmenfusion untersagt. Es befürchtet eine Behinderung des Wettbewerbs.

Lünen

, 11.07.2019 / Lesedauer: 2 min
Lüner Müllriese Remondis darf Grünen Punkt nicht kaufen

Mülltonnen und gelbe Säcke mit Kunststoff-Abfällen (Grüner Punkt) stapeln sich auf einem Fußweg. Deutschlands größter Entsorgungskonzern, Remondis, darf sich nicht den Grünen Punkt einverleiben. © dpa

Das Bundeskartellamt hat der weltweit agierenden Lüner Remondis-Gruppe die geplante Übernahme des Verpackungsmüllentsorgers Duales System Deutschland (DSD, Köln) mit der Marke „Der Grüne Punkt“ untersagt.

Allerdings ist die Untersagung noch nicht rechtskräftig. Die Unternehmen können noch binnen einem Monat Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf einlegen.

„Behinderung des Wettbewerbs“

„Das Zusammenschlussvorhaben hätte zu einer erheblichen Behinderung des Wettbewerbs bei den dualen Systemen geführt“, begründete Kartellamtspräsident Andreas Mundt am Donnerstag (11. Juli) die Entscheidung in einer Pressemitteilung der Behörde.

„Wir haben das Schreiben des Kartellamtes erhalten“, sagte ein Remondis-Sprecher auf Anfrage unserer Redaktion: „Wir werden jetzt die Vier-Wochen-Frist zu einer juristischen Bewertung der Entscheidung nutzen.“ Weitere Angaben machte der Sprecher nicht.

Es wären höhere Kosten für DSD-Wettbewerber, erhebliche Marktanteilsgewinne von DSD und letztlich höhere Preise bei der Entsorgung von Verpackungen zu befürchten gewesen, erklärte Mundt weiter.

„Bedenkliche gemeinsame Anteile“

Darüber hinaus kämen die beiden Unternehmen im Bereich Altglasvermarktung auf bedenkliche gemeinsame Marktanteile von 40 bis 60 Prozent. „Die von den Unternehmen angebotenen Zusagen waren nicht geeignet, die wettbewerblichen Bedenken auszuräumen“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Die beiden Entsorgungsfirmen hatten Ende September 2018 einen Vertrag unterzeichnet, wonach der Remondis-Konzern 100 Prozent der DSD-Anteile übernehmen sollte.

Bedenken und Zusagen

Bereits im April dieses Jahres hatte die Wettbewerbsbehörde den beiden Unternehmen ihre Bedenken mitgeteilt. Daraufhin boten Remondis und DSD Zusagen an.

Zum Preis hatten sie sich nicht geäußert. Remondis hatte seinerzeit darauf verwiesen, dass der Markt, auf dem auch ausländische Konzerne wie Suez und Veolia aktiv sind, hart umkämpft sei.

Der einstige Marktführer DSD habe unter anderem durch den Eintritt neuer Wettbewerber gut Dreiviertel seines früheren Umsatzes von gut zwei Milliarden Euro verloren.

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