Musik gegen den Corona-Blues: Kantorin Jutta Timpe muntert mit täglichen Orgelgrüßen auf

Besondere Aktion

Ein Leben ohne Musik und Kontakte? „Damit komme ich nicht klar“, sagt Kantorin Jutta Timpe. Seit einer Woche verschickt sie täglich musikalische Grüße und vertreibt so den Corona-Blues.

Lünen

, 23.03.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jutta Timpe verschickt täglich Orgelgrüße aus der Stadtkirche St. Georg. Ein „Gute-Laune-Beitrag“ in Corona-Zeiten.

Jutta Timpe verschickt täglich Orgelgrüße aus der Stadtkirche St. Georg. Ein „Gute-Laune-Beitrag“ in Corona-Zeiten. © Lübbers

Orgelgrüße am späten Nachmittag: Seit acht Tagen setzt sich Jutta Timpe, Kantorin der Evangelischen Kirchengemeinde Lünen und Brambauer, täglich an die Orgel in der Stadtkirche St. Georg und nimmt mit ihrem Handy ein kleines Musikstück auf. „Ganz basic. Das Handy steht auf meinem Notenständer.“ Mal spielt sie die berühmte Toccata oder Air von Bach, mal Beethovens Ode an die Freude oder ein munteres Pedal-Solo. Musik querbeet, „verrückt und auch lustig“, wie Jutta Timpe sagt. Eine Aufmunterung nach Noten, ein Zeichen der Verbundenheit.

Täglich geht der musikalische Gruß per Whatsapp oder E-Mail an Mitglieder der Kantorei, der Chöre „ConTakt“ in Brambauer, Voices „R“ Us und des Kirchenchors. Auch Christen der Gemeinde lassen sich musikalisch von Jutta Tippe unterhalten.

Dr. Ursula Eisfeld singt in der Kantorei. Sie findet die Orgelgrüße eine wunderbare Unterstützung. „Eine ganz großartige Aktion. Musik gegen den Corona-Blues“, sagt sie. Das stärke den Zusammenhalt. Singen in Gemeinschaft sei ja jetzt nicht mehr möglich, daher gibt Jutta Timpe den Chormitgliedern Noten zum Üben mit an die Hand, „damit die Stimmen nicht einrosten“, so Ursula Eisfeld.

Singen stärkt die Abwehrkräfte

Singen stärke auch die Abwehrkräfte, erklärt Jutta Timpe. Neben der positiven Stimmung ist das in diesen Zeiten ja durchaus ein Argument. Nicht nur von Ursula Eisfeld, sondern auch von vielen anderen, hat die Kantorin schon positive Rückmeldungen bekommen, Denn sie belässt es nicht bei Musik. Ein kleines Rätsel am Ende gehört immer mit dazu. Ihre Aktion weckt Kreativität. Als Jutta Timpe kürzlich einen Kanon verschickte, bekam sie eine Version mit zwei Stimmen zurück. Die Kantorin will dranbleiben. „Musik ist Lebenselexier“, sagt sie. Als Musikerin müsse sie ja ohnehin weiter üben, „sonst bricht alles ab.“ Diese Begeisterung für die Musik will sie weitergeben und gleichzeitig als Lebenshilfe in diesen Zeiten verstanden wissen.

Noch viele Ideen

„Ich bin so froh, dass die Ausgangssperre nicht gekommen ist“, sagt Jutta Timpe. Es sei die richtige Entscheidung gewesen. Jetzt könne sie in der Stadtkirche weiter an der Orgel spielen. Dort sei sie ja ohnehin alleine.

Ideen für weitere musikalische Grüße hat sie viele. Sie lässt sich je nach Lust und Laune inspirieren. „Ich versuche, Abwechslung und Humor mit reinzubringen.“ Im Gegenzug sind auch schon Wünsche bei ihr angekommen, wie beispielsweise Bachs „Jesu meine Freude“. „Das versuche ich natürlich zu berücksichtigen“, sagt sie.

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