Mutiges Engagement für Umweltschutz macht Hoffnung

mlzMeinung am Mittwoch

In „Meinung am Mittwoch“ haben Gastautoren das Wort. Sie schreiben über Themen, die ihnen wichtig sind. Heute greift Kenan Küçük die Aktionen zur Artenvielfalt und für Klimaziele auf.

von Kenan Küçük

Lünen

, 20.02.2019, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der vergangenen Woche erstritt sich das Volksbegehren „Artenvielfalt - Rettet die Bienen“ auf die politische Agenda der bayerischen Landesregierung. Mit derart breiter Unterstützung aus der Bevölkerung hatten im Vorfeld nur die Wenigsten gerechnet.

Schüler gehen für Klimaziele auf die Straße

Seit vielen Wochen rufen etliche Schülerinnen und Schüler unter dem Motto „#FridaysForFuture“ die Politiker auf, die Klimaziele endlich ernst zu nehmen, und nehmen dabei selbst Sanktionen wegen Schulschwänzens in Kauf. In diesen Tagen bin ich wirklich erstaunt über das mutige Engagement für Umweltschutz vieler Bürgerinnen und Bürger. Klar, wer möchte nicht, dass Bienen auch weiterhin unsere Landschaften bereichern. Und kaum jemand stellt in Abrede, dass Umweltpolitik mindestens ebenso wichtig ist wie Arbeit, Rente oder Innere Sicherheit.

Weitreichende ökologische Folgen

Ich habe aber das Gefühl, dass es hier um mehr geht: Selbst wenn Albert Einstein das ihm zugeschriebene Zitat „Erst stirbt die Biene, dann der Mensch“ womöglich so nie gesagt hat, sollte doch jedem halbwegs kausal denkenden Menschen klar sein, dass es zu weitreichenden ökologischen Folgen kommen wird, wenn wir das weitere Artensterben achselzuckend zur Kenntnis nehmen. Und die Schülerinnen und Schüler, die in diesen Tagen in vielen Ländern auf die Straße gehen, haben erkannt, dass Klimawandel kein abstraktes Phänomen ist, sondern weitreichende Konsequenzen nach sich zieht, auch für uns in Deutschland.

Mutiges Engagement für Umweltschutz macht Hoffnung

Kenan Küçük © Jens Nieth

Gastautor Kenan Küçük ist Geschäftsführer des Multikulturellen Forums.

Längst geht es nicht mehr um eine Handvoll Inseln, die im Meer versinken könnten. Laut Zahlen des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR fliehen schon jetzt jährlich rund 25 Millionen Menschen vor den Folgen des Klimawandels. Die Weltbank schätzt die Zahl bis zum Jahr 2050 auf rund 140 Millionen Klimaflüchtlinge. Schaffen wir das?

Es geht um das große Ganze

Es geht in diesen Tagen also nicht um Einzelinteressen, sondern um das große Ganze. Nicht um wirtschaftsfreundliche Kompromisse oder Symbolpolitik, sondern um die Sicherung der Zukunft unserer Kinder. Nicht nur ein Teil aus der gebildeten und wohlhabenden Mittelschicht, sondern wir alle sind aufgefordert zu handeln.

Wir müssen neue Wege gehen, kreative Mittel finden, Ansätze entwickeln, die ebenso vielfältig wie wir Menschen sind. Schubladendenken oder Abschottung helfen da nicht weiter, sondern Mut, Klartext und Offenheit.

Nur gemeinsam werden wir stark sein, das zeigen in diesen Tagen die vielen guten Beispiele, die mich persönlich sehr hoffnungsvoll stimmen.

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