Heike Auel aus Werne (r.) und Anke Liske-Bornscheuer aus Lünen haben zum zehnjährigen Bestehen der Selbsthilfegruppe Ladybugs das Buch „Are you ready? Attention! Go!" geschrieben. Es ist ein Mutmach-Buch für an Krebs erkrankte Frauen. © Ventura Verlag
Krebserkrankung

Mutmach-Buch über die Lüner Ladybugs: Im Drachenboot gegen Brustkrebs

Sie sitzen alle in einem Boot: Eine Brustkrebserkrankung hat ihr Leben aus den Angeln gehoben. Doch die Lüner Ladybugs lassen sich nicht unterkriegen. Darum geht es in ihrem Buch, das Mut macht.

Die Diagnose Krebs stellt die Welt auf den Kopf. Plötzlich geht es um das Thema Krankheit, um Sorgen und Ängste. Das haben die Frauen erlebt, die sich in der Selbsthilfegruppe Ladybugs zusammengefunden haben. Vor zehn Jahren hat sich die Gruppe am St.-Marien-Hospital Lünen gegründet, der Name Ladybugs bedeutet übersetzt Marienkäfer.

Die Frauen verharren nicht auf dem Sofa. Sie nehmen ihr Schicksal und das Paddel in die Hand. Im Drachenboot fahren sie der Trübsal davon. Was sie in den zehn Jahren bewegt hat, das haben Heike Auel aus Werne und Anke Liske-Bornscheuer aus Lünen in dem Buch „Are you ready? Attention! Go! Die Ladybugs – Im Drachenboot gegen den Brustkrebs“ aufgeschrieben. Der Titel ist der Startbefehl fürs Drachenboot, und gleichsam auch das Motto für den Weg in ein anderes Leben. Es zeigt, dass die Ladybugs an ihre Grenzen gehen, tun, was möglich ist, wie Heike Auel beschreibt. Ähnlich wie vier Frauen um die 40, die im Boot über den Atlantik rudern und darüber ein Buch geschrieben haben. Das hat die beiden Autorinnen inspiriert.

Pink Paddling in Therapie anerkannt

„Pink Paddling“, wie der Sport im pinkfarbenen Drachenboot heißt, ist in der Brustkrebstherapie anerkannt. Die Bewegung stärkt den Körper, das gemeinsame Hobby tut der Seele gut. Seit 2009 gibt es Pink Paddling bundesweit, schon zwei Jahre später machten die Ladybugs mit.

Auf dem Datteln-Hamm-Kanal ist außerhalb von Corona-Zeiten ihre Hausstrecke. Sie trainieren auf dem Gelände des Kanu- und Sportclubs Lünen (KSC) in zwei eigenen Booten. Dass sie es 2018 bis zur internationalen Regatta nach Florenz geschafft haben und dort mit 400 Frauen aus aller Welt Drachenboot gefahren sind, gilt als einer der Höhepunkte in der Selbsthilfegruppe.

Über all das berichten die Autorinnen in dem Buch. Die Geschichte der Ladybugs, Einblicke in ihre vielfältigen Aktivitäten und Interviews mit Chefarzt Dr. Donat Romann und Friedhelm Deuter, der sie beim KSC mit offenen Armen empfangen hat, sowie ein Bildteil über die Pink-Paddler-Bewegung weltweit runden das Werk ab.

Treffen nur per Video-Chat

„Es ist ein Buch für Brustkrebs-Betroffene und es soll Mut machen“, beschreibt Heike Auel den Hintergrund. Das Werk ist im Ventura-Verlag Werne erschienen und für 12 Euro im Buchhandel (ISBN 978-3-940853-76-9) erhältlich.

Die Frauen, die sich aufgrund der Corona-Krise nur per Video-Chat einmal im Monat sehen, haben das Buch nach seinem Erscheinen gemeinsam vor der Kamera enthüllt und aufgeschlagen. Ein schöner Moment des Zusammenhalts. Jetzt hoffen sie, bald wieder ihre vielen Aktivitäten wie Herzkissennähen und vielfältiger Austausch, wahrnehmen zu können. Dazu gehört natürlich auch das Drachenbootfahren.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Lünen ist eine Stadt mit unterschiedlichen Facetten. Nah dran zu sein an den lokalen Themen, ist eine spannende Aufgabe. Obwohl ich schon lange in Lünen arbeite, gibt es immer noch viel zu entdecken.
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Magdalene Quiring-Lategahn

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