Mutter in Lünen-Süd getötet: Staatsanwalt fordert Psychiatrie

Tat im Dezember

Im Dezember vergangenen Jahres hat ein Mann in Lünen-Süd seine Mutter getötet. Jetzt steht fest: Die Staatsanwaltschaft fordert die dauerhafte Unterbringung in der Psychiatrie.

Lünen

, 04.04.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mitarbeiter der Spurensicherung am Morgen nach der Tat vor dem Haus, in dem die Mutter erstochen wurde.

Mitarbeiter der Spurensicherung am Morgen nach der Tat vor dem Haus, in dem die Mutter erstochen wurde. © Fröhling

Diese Tat hat Ende vergangenen Jahres Lünen-Süd geschockt. Eine 53-jährige Frau war in den frühen Morgenstunden erstochen worden. Hauptverdächtiger war schnell ihr Sohn (21), der erst geflohen, sich später den Behörden in Neumünster (Schleswig-Holstein) gestellt hatte.

Dort gestand er die Tat. Die Frau starb durch mehrere Messerstiche in Kopf und Hals. Der Familienvater war zu dem Zeitpunkt auf Nachtschicht.

Gutachter: Mann war schuldunfähig

Schon früh zeichnete sich im Nachgang ab, dass der mutmaßliche Täter psychisch erkrankt sein könnte. Der Mann habe „ein Wahngebilde“ aufgebaut, sich bedroht gefühlt. Ein Gutachten hat diese Vermutung mittlerweile bestätigt, berichtet Staatsanwalt Felix Giesenregen am Freitag (3.4.) auf Anfrage.

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„Der Gutachter geht davon aus, dass der Beschuldigte schuldunfähig gewesen ist“, sagt Giesenregen, er habe eine „Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis“ festgestellt.

Das hat Folgen: Statt einer Anklageschrift hat Giesenregen eine sogenannte Antragsschrift im Sicherungsverfahren geschrieben. Im Prozess geht es dann nicht um eine mögliche Haftstrafe, sondern um die langfristige Unterbringung in einer Psychiatrie. Einen Termin für die Verhandlung am Landgericht gibt es noch nicht.

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