Nach Aufnahmestopp: Arrestanstalt startet mit Masken und Spuckschutz

mlzCorona-Krise

In Corona-Zeiten war die Lüner Arrestanstalt nicht belegt. Ab Mittwoch (1.7.) wird sich das ändern. Wer einen Arrest verbüßen muss, bekommt es dort mit Masken und Spuckschutzwänden zu tun.

von Sylvia Mönnig

Lünen

, 01.07.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Pandemie sorgte dafür, dass der Betrieb in der Arrestanstalt für drei Monate vollständig runtergefahren werden musste. Das ändert sich nun. Im Gespräch blickt Anstaltsleiter Dr. Niklas Nowatius zurück und erklärt, welche Schritte nötig sind, um den Betrieb wieder aufzunehmen. Dabei steht der Infektionsschutz weiter im Vordergrund.

Nachdem die letzten Arreste vollstreckt waren, herrschte in der Jugendarrestanstalt am Spormecker Platz seit Ende März ungewöhnliche Ruhe. Dieser Lockdown diente der Sicherheit der Arrestanten und der Mitarbeiter. Eilige Arreste wurden in der Zeit in einer Anstalt in Düsseldorf vollstreckt. Einige der Lüner Vollzugsbeamten blieben derweil vor Ort, um Renovierungs- und Grundreinigungsarbeiten zu erledigen. Der Großteil aber wurde nach Hamm, Werl, Dortmund und Bochum abgeordnet, um in den dortigen Vollzugsanstalten zu unterstützen. Mit Blick auf weitere Arbeitswege und ein neues Umfeld betont Dr. Niklas Nowatius: „Das sind für die Leute sicherlich Herausforderungen gewesen. Aber der positive Aspekt ist, dass man ja auch mal mit neuen Erfahrungen zurückkommt.“

Jetzt lesen

Sollten junge Männer, die einen Arrest verbüßen sollen und das aufgrund Corona bislang nicht konnten, nun darauf spekulieren, der Maßnahme zu entgehen, steht ihnen eine bitterböse Enttäuschung bevor. Ab Mittwoch werden in Lünen wieder Arreste vollstreckt.

Nur die Hälfte der Plätze wird belegt

Allerdings finden die unter besonderen Bedingungen statt. Von maximal 41 Plätzen werden 21 belegt sein. Die Jungen werden in den Gewahrsamsräumen einzeln untergebracht. Zwischen den Räumen wird stets einer leer bleiben und wenn neue Arrestanten kommen, werden ihnen zuvor unbelegte Räume zugewiesen. Sobald die Jugendlichen die Flure betreten, müssen sie Schutzmasken tragen und den obligatorischen Abstand einhalten. In den Aufnahme-, Büro- und Gesprächsräumen wurden Spuckschutzwände installiert. Freistunden finden draußen statt und damit das auch bei schlechtem Wetter möglich ist, wurden eigens Regenponchos angeschafft. Das Angebot der Sozialarbeiter wie Sport oder Drogenprävention ist weiter gegeben – jedoch in deutlich reduzierter Gruppengröße.

Neue Herausforderungen

Viele Herausforderungen haben Anstaltsleiter Dr. Niklas Nowatius und sein Team bereits gemeistert. Nun stellen sich neue. „Einerseits bin ich froh, dass es weitergeht. Es muss ja weitergehen, da der Arrest ein wichtiger Bestandteil des erzieherischen Systems des Jugendstrafrechts ist. Sicherlich bin ich angespannt, weil ja mit Blick auf die Infektionsgefahr zusätzliche Vorsicht geboten ist. Aber ich bin, wie bei allen Dingen, auch hier optimistisch“, so Nowatius.

Lesen Sie jetzt