Nach Fischer-Absage: DRK widerspricht Gerüchten

Verband wehrt sich

Ex-Sparkassenchef Ulrich Fischer war schon als neuer Vorstandsvorsitzender des DRK-Kreisverbands vorgestellt worden, als er plötzlich zurücktrat. Gerüchte kamen auf, dass es dem Verband in Lünen finanziell nicht gut gehe. Dem traten Verantwortliche nun entgegen: "Wir wissen nicht, wer uns damit schaden will."

LÜNEN

, 26.10.2016, 16:22 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ulrich Fischer (2.v.r.) sollte ab dem 1. November neuer Vorstandsvorsitzender des DRK-Kreisverbands Lünen werden - wurde von (v.l.) Leo Bögershausen und Jürgen Gefromm vom Präsidiumund Vorgänger Dr. Hasan Sürgit (r.) vorgestellt. Doch dann zog er sich überraschend zurück.

Ulrich Fischer (2.v.r.) sollte ab dem 1. November neuer Vorstandsvorsitzender des DRK-Kreisverbands Lünen werden - wurde von (v.l.) Leo Bögershausen und Jürgen Gefromm vom Präsidiumund Vorgänger Dr. Hasan Sürgit (r.) vorgestellt. Doch dann zog er sich überraschend zurück.

Nach der Fusion zur Sparkasse an der Lippe hatte Ulrich Fischer, vormals Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Lünen/Selm, das Geldinstitut Ende 2015 verlassen. Im September 2016 wurde er dann als neuer Vorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes in Lünen vorgestellt, sollte ab November sein neues Amt annehmen. Doch im Oktober trat er von einem Tag auf den anderen zurück.

Was war der Grund? Fischer war zu seinen Beweggründen für unsere Redaktion nicht zu sprechen. Gerüchte kamen auf, dass der DRK-Verband in tiefroten Zahlen stecke.

"Wir wissen nicht, wer diese Gerüchte in die Welt setzt" 

Dem traten Verantwortliche nun entgegen: Der DRK-Kreisverband Lünen zieht eine positive Bilanz für das Geschäftsjahr 2015 – unterm Strich erzielte der Verband einen Jahresüberschuss von 238.000 Euro. Der Umsatz lag bei rund 10,1 Millionen Euro. Das erklärte Dr. Hasan Sürgit, kommissarischer DRK-Chef, auf Anfrage unserer Redaktion. Für das laufende Geschäftsjahr 2016 und für 2017 seien ebenfalls positive Ergebnisse zu erwarten, sagte Hasan Sürgit weiter.

Damit trat er Gerüchten entgegen, das die finanzielle Situation des DRK womöglich der Grund für Fischers Rückzug gewesen sein könnte. „Wir wissen nicht, wer diese Gerüchte um die angebliche finanzielle Schieflage in die Welt setzt und uns damit schaden will“, sagte Jürgen Gefromm, Vorsitzender des DRK-Präsidiums, im Gespräch mit unserer Redaktion.

Gründe für Rückzug weiter unklar

Ebenso wenig wisse das Präsidium bis heute, warum Ulrich Fischer trotz einvernehmlich ausgehandelten und geschlossenen Vertrags von diesem ohne Angabe eines Grundes zurückgetreten sei. Wie berichtet, hat Fischer seine Beweggründe nie öffentlich aufgeklärt. Über seine Ehefrau ließ Fischer, der nach wie vor Vorstandschef der kirchlichen Dreikönigs-Stiftung Lünen ist, Mitte Oktober mitteilen, dass er bis auf Weiteres für eine Stellungnahme nicht zu erreichen sei.

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Spekulationen, wonach Ulrich Fischer einen Job im Stiftungswesen des Erzbistum Münster in Aussicht habe, bestätigten Recherchen unser Redaktion nicht. Ein Bistumssprecher räumte lediglich ein, dass der Name Ulrich Fischer und die Dreikönigs-Stiftung in Münster ein Begriff seien, es aber zurzeit keine vakante Stelle im Stiftungsbereich des Bistums gebe. „Davon ist mir nichts bekannt“, sagte der Sprecher.

Nachfolger-Suche läuft noch

Derweil ist der DRK-Kreisverband weiter auf der Suche nach einem qualifizierten Nachfolger für Hasan Sürgit, der bereits am 1. September an die Spitze des DRK-Landesverbands Westfalen Lippe (Münster) gewechselt ist. Eigentlich sollte Sürgit seinen Nachfolger Ulrich Fischer bis zu dessen Amtsantritt am 1. November dieses Jahres einarbeiten. Jetzt führt Sürgit die Geschäfte erst einmal kommissarisch weiter. „Darüber sind wir wirklich froh“, sagte Präsidiumschef Jürgen Gefromm. 

Das ist das DRK Lünen
Das DRK ist seit mehr als 35 Jahren im Rettungsdienst in Lünen tätig.
Mit 300 Mitarbeitern ist es ein wichtiger Arbeitgeber der Lippestadt. Diese werden von rund 50 Ehrenamtlichen unterstützt.
Das DRK Lünen ist Träger von sieben Kindertageseinrichtungen und einer Offenen Ganztagsschule. Damit werden rund 600 Kinder durch die Organisation pädagogisch betreut.
Auch in der Pflege werden Dienste angeboten - so z.B. Essen auf Rädern, Hausnotruf, Demenzbegleitung, Seniorenreisen und betreutes Wohnen.
In der Flüchtlingshilfe hat das DRK die Stadt Lünen bei dem Aufbau und dem Betrieb von zwei Notunterkünften unterstützt.
Weitere Leistungen in Lünen sind: Erste-Hilfe Ausbildung, Suchtberatung, Rauchmelderservice, Zeltverleih, Kleiderkammer, offener Mittagstisch, Sanitätsdienste.

   

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