Schausteller Artur Küchenmeister grillt Würste der Fleischerei Mecke – und bleibt dabei. © Görlich (A)
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Nach Tierquäler-Skandal: Schausteller über Mecke-Chef: „Ganz feiner Kerl“

Nach dem Skandal um Tierquälerei in Werne stellt sich ein Schausteller vor den Chef des Unternehmens. Er ist Kunde seiner Fleischerei – und will das auch bleiben.

Mitten in der Lüner Fußgängerzone verkauft Artur Küchenmeister an seinem Stand frisch gegrillte Würstchen. Die kauft er bei der Fleischerei Mecke ein. Ein Skandal um Tierquälerei in der unternehmenseigenen Viehsammelstelle in Werne machte bundesweit Schlagzeilen. In seinem Verkaufsstand wirbt Küchenmeister trotzdem weiter für den Metzger.

Es ist viel los am Mittwochnachmittag (28.7.) auf der Lange Straße. Auch der Grillstand von Artur Küchenmeister ist gut besucht. „Heute läuft es sogar besser als in den letzten Tagen“, verrät der Schausteller. „Manchmal sitze ich die ersten Stunden viel rum, das ist aber heute nicht so.“ Eine Bratwurst hier, eine Currywurst mit Pommes da: Küchenmeister rotiert zwischen Holzkohlegrill und Friteuse.

„Eine große Sauerei“

Der Skandal um das Unternehmen, dessen Würstchen er im Angebot hat, konnte die Nachfrage nach Wurst und Co. nicht schmälern. Die aufgedeckten Missstände waren bei seinen Kundinnen und Kunden an diesem Tag überhaupt kein Thema, sagt Küchenmeister.

Selten um einen lustigen Spruch verlegen, geht es bei Küchenmeister aber auch ernst: „Das ist eine große Sauerei, keine Frage“, sagt er zu den aufgedeckten Missständen.

Auf einer Tafel im Verkaufsstand wirbt Schausteller Küchenmeister für die Metzgerei Mecke. © Görlich © Görlich

Dem Chef des Unternehmens, Marko Mecke, will er dabei aber keine Vorwürfe machen. „Der ist sicher fix und fertig. Er hat so einen großen Betrieb zu führen und kann nicht überall sein.“ Küchenmeister kann sich nicht vorstellen, dass Mecke etwas von der Tierquälerei gewusst hat: „Ich habe regelmäßig mit ihm Kontakt, wenn ich Ware bestelle. Er ist ein ganz feiner Kerl.“ Richtig findet er die Entscheidung, den beiden beschuldigten Mitarbeitern fristlos zu kündigen und die Ankündigung, die Behörden bei der Aufklärung des Falles zu unterstützen.

Die Qualität stimmt

Die Produkte von Mecke zu meiden, weil es in einem anderen Teil des Unternehmens einen Skandal gab, findet Artur Küchenmeister heuchlerisch. „Dann dürften wir gar kein Fleisch mehr essen.“ Auch bei den großen Fleischproduzenten habe es in der Vergangenheit Skandale gegeben, dennoch kaufen die meisten dort weiterhin ihre Ware.

Der wichtigste Grund, warum es an seinem Grillstand auch in Zukunft die Mecke-Würste zu kaufen gibt, liegt für Küchenmeister auf der Hand: „Die Qualität ist gut und die bleibt auch gut bei Mecke, deswegen bleibe ich auch dabei.“

Weil er bereits seit vielen Jahren von der Qualität der Waren überzeugt ist, hängt eine große Tafel im Verkaufsstand, die für die Fleischerei wirbt. „Die leckeren Spezialitäten von Metzger Mecke“ ist darauf zu lesen. Die Tafel wird auch weiterhin an der Wand hängen – und die Würstchen auf dem Grill brutzeln.

Über den Autor
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1989 im Ruhrgebiet geboren, dort aufgewachsen und immer wieder dahin zurückgekehrt. Studierte TV- und Radiojournalismus und ist seit 2019 in den Redaktionen von Lensing Media unterwegs.
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Dennis Görlich

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