Nach Unfall bei Remondis: Arbeiter ist tot, Staatsanwaltschaft ermittelt

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Rund sechs Wochen nach dem Arbeitsunfall auf dem Firmengelände von Remondis ist der betroffene Mitarbeiter einer Fremdfirma gestorben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen drei Beschuldigte.

Lünen

, 10.06.2020, 19:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der bei einem Unfall auf dem Remondis-Gelände an der Brunnenstraße in Lünen Ende März lebensgefährlich verletzte Mitarbeiter einer Fremdfirma ist tot. Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat die Ermittlungen zum Unfallhergang aufgenommen.

Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch (10. Juni) im Gespräch mit unserer Redaktion sagte, sei der Mann bereits am 13. Mai dieses Jahres verstorben - vermutlich im Krankenhaus. Dort hatte er sich seit dem Unfall am Samstag, 28. März, befunden.

Leichnam obduziert

Bei dem Toten handelt es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft um einen 63-jährigen Lüner. Der Leichnam sei obduziert worden und danach für die Beerdigung freigegeben worden. Die Beerdigung fand nach Informationen unserer Redaktion noch im Mai statt.

An den Ermittlungen zum Unfallhergang ist auch die Bezirksregierung Arnsberg beteiligt. Die machte zu dem tragischen Unfall keine Angaben, eine Sprecherin der Bezirksregierung verwies vielmehr an die Staatsanwaltschaft.

Auch bei der in Lünen ansässigen und weltweit agierenden Remondis-Gruppe war niemand mehr zu einer Stellungnahme bereit. „Ich bitte um Ihr Verständnis, dass wir hier den größten Schutz gegenüber den Angehörigen leisten müssen, der möglich ist“, sagte eine Remondis-Sprecherin.

Dass der Leichnam obduziert wurde, sei damit zu erklären, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, dass festgestellt werden muss, ob die Unfallfolgen ursächlich für den Tod des Lüners waren.

Drei Beschuldigte

Die Ermittlungen zum Unfallhergang konzentrierten sich auf drei bei dem Unfall anwesende Personen. Es werde untersucht, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, „ob ein Fehlverhalten der drei Beschuldigten vorliegt, das zu dem Unfall geführt hat“. Einer der Beschuldigten habe sich bereits einen Anwalt genommen.

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Ein Rückblick auf das tragische Ereignis:

  • Wie die Feuerwehr Lünen kurz nach dem Unfall am Samstagmorgen (28. März) auf Anfrage mitgeteilt hatte, war eine Person zwischen drei Walzen eines Schneckenförderers (Förderband) geraten und hatte dabei lebensgefährliche Verletzungen erlitten.
  • Am Montag, (30. März), hatte eine Remondis-Sprecherin auf Anfrage unserer Redaktion erklärt: „Der verunfallte Mann wurde am Samstag operiert. Uns liegt die Information vor, dass er ins künstliche Koma versetzt wurde und ihm ein Bein amputiert werden musste. Das andere Bein scheint erhalten werden zu können.“
  • Am Mittwoch, (29. April), hatte die Remondis-Sprecherin dann auf Anfrage erklärt, dass der Verletzte zwischenzeitlich aus dem künstlichen Koma zurückgeholt worden sei: „Ein Bein musste amputiert werden, das andere versuchen die Ärzte zu retten, dennoch stehen auch hier noch weitere Operationen an.“
  • Zum Unfallhergang hatte die Sprecherin wiederum erklärt, dass sich der Unfall im Zuge von Sanierungsarbeiten an einem Förderband des Kraftwerks auf dem Firmengelände an der Brunnenstraße ereignet habe.
  • „Am Ende der Arbeiten sollte ein Testlauf durchgeführt werden, der mit allen beteiligten Personen am Leitstand und den Förderbändern abgestimmt war und freigegeben wurde. Vor Anlauf der Bänder ertönte zudem ein Warnsignal, das der Arbeiter der Fremdfirma allerdings nicht auf sich bezog. Er war gerade dabei, die Förderungs-Schnecken zu säubern. Der Testlauf konnte nach Anlauf unmittelbar wieder gestoppt werden, führte allerdings zum bekannten Unfall.“
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