Jochen Gefromm, Geschäftsführer der gleichnamigen Unternehmensgruppe, in seinem Büro am Firmensitz in Lünen. © Storks
Wirtschaft

Nachfrage nach Getränken stellt Lüner Gefromm-Gruppe vor Probleme

Im schattigen Biergarten oder in der kühlen Gaststätte sitzen und ein Bierchen oder eine kleine Cola trinken. Die Verbraucher lieben es, den Lieferanten treibt es die Schweißperlen auf die Stirn.

Mit dem Ende des Lockdowns und der Öffnung der Außen- und Innengastronomie ist augenscheinlich auch der Durst der Menschen wieder da. Das ist auf der einen Seite gut fürs Geschäft, bringt andererseits aber auch Probleme mit sich. Davon kann die regional tätige Lüner Getränke-Gruppe Gefromm ein Lied singen:

„Seit zwei Wochen ist hier die Hölle los. Gestern Nacht musste ich schon Gabelstapler fahren und LKW beladen. Die Nachfrage nach Getränken aller Art übersteigt bei weitem das Angebot“, sagte Jochen Gefromm, Chef der gleichnamigen Gruppe, am Donnerstag (17. Juni) im Gespräch mit unserer Redaktion.

19 eigene Getränkemärkte

Zur Gefromm-Gruppe zählen nach Angaben des Firmenchefs 19 eigene Getränkemärkte unter der Dachmarke „Getränkeparadies“, daneben kooperiert das mittelständische Unternehmen aus der Lippestadt mit seinen rund 230 Mitarbeitern mit weiteren 60 Getränkeparadiesen bundesweit. Zweites Standbein der Lüner Gruppe sind Veranstaltungen und die Versorgung der örtlichen Gastronomie mit Getränken.

„Dass es so tierisch losgeht, damit habe ich wirklich nicht gerechnet. Das Problem ist, dass mir an sämtlichen Stellen Mitarbeiter fehlen. Ich suche händeringend LKW-Fahrer, Beifahrer, Kassierer für die Märkte, Marktleiter“, sagte Jochen Gefromm.

Was nicht heißt, dass er wegen der Corona-Pandemie und der damit verbunden schlechteren Auftragslage sämtliche Leute rausgeschmissen hätte um Personalkosten zu sparen.

Gefromm: „Niemanden entlassen“

Jochen Gefromm: „Ich habe niemanden entlassen. Wir arbeiten viel mit Zeitarbeitern zusammen, von denen wir dann keine mehr angefordert haben. In einigen Bereichen haben wir Kurzarbeit gemacht, einige Beschäftigte haben sich aus Eigenantrieb umorientiert und gehen heute anderen Beschäftigungen nach.“

Von denen, die sich umorientiert haben, sei der eine oder andere inzwischen wieder im Betrieb tätig. Was Zeitarbeiter angeht, da sei es im Moment schwierig, überhaupt welche zu bekommen.

Der momentane Personalmangel ist aber nicht das einzige Problem, mit dem der Lüner Unternehmer und CDU-Ratsherr im Moment zu kämpfen hat:

„Wir können unseren gewerblichen und nicht zuletzt den privaten Kunden längst nicht alle Getränke und Gebindegrößen anbieten, wie vor Corona.“

„Helles Pülleken“ ist Mangelware

Coca-Cola, sagte Gefromm, fülle derzeit gar keine 0,3 Flaschen ab, einige Mineralwasserhersteller keine 0,2 Flaschen. Was dem Privatkunden eher schnuppe sein dürfte, stellt Gastronomen wiederum vor Probleme. „Bei denen steht die 0,2 Flasche in der Karte, die wollen sie dann berechtigterweise auch haben.“

Daneben schauen Privatkunden und Freunde des „hellen Püllekens“ von Veltins beispielsweise in die Röhre. „ Das ist so gut wie nicht zu bekommen“, sagte Getränkespezialist und Bierliebhaber Jochen Gefromm. Apropos Röhre:

Ob sich die Europameisterschaft auf den Getränkeumsatz auswirkt, könne er im Augenblick noch nicht sagen: „Eher nicht. Das geht erfahrungsgemäß erst mit den K.o.-Spielen los.“

Bis dahin bleiben Jochen Gefromm und seiner Truppe ja noch ein paar Tage Zeit. Zeit, in der im günstigsten Fall neue Mitarbeiter eingestellt und der Firmenchef nachts nicht mehr Gabelstapler fahren muss.

Über den Autor
Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
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Torsten Storks

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