Nachwuchsarbeit am Amtsgericht: „Das sind die Mitarbeiter der Zukunft“

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Seit Jahrzehnten wird das Thema Nachwuchs im Amtsgericht großgeschrieben. Hier gilt Ausbildung nicht als lästig, sondern als Aufgabe, die Freude bereitet. Die Folge: Glücksgriffe auf allen Seiten.

von Sylvia Mönnig

Lünen

, 18.10.2020, 14:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 1987 bildet Irene Stibbe, Justizamtsinspektorin, junge Menschen aus, die in der Justiz ihre Zukunft sehen. Für Generationen von Azubis war und ist die Frau mit dem herzlichen Lächeln die erste Ansprechpartnerin und fast schon so etwas wie die Mutter der Nation. Die 60-Jährige schätzt ihre Aufgabe und das Echo, das sie regelmäßig von ihren Schützlingen erhält. Es werde gedankt. „Schön ist auch, wenn ich meine eigenen Formulierungen von den Azubis wiederhöre“, erklärt sie und fügt hinzu: „Ich warte eigentlich noch immer auf die Kinder der Auszubildenden, die ich dann auch ausbilden kann. Das wäre schön.“ Im kleinen Stil hat sie etwas Ähnliches bereits erreicht. Seit einiger Zeit erhält sie Unterstützung von Justizobersekretärin Franziska Heuer. Die 23-Jährige begann 2013 am Amtsgericht in Lünen und lernte von Irene Stibbe. Auch Franziska Heuer widmet sich ihrer Aufgabe mit viel Freude.

„Sichere Arbeitsstelle mit Zukunftsperspektiven“

Zufriedenheit herrscht auf allen Seiten. Samantha Schön befindet sich im ersten Lehrjahr, begann ihre Ausbildung am 3. August 2020. Über Recherchen im Internet stieß die 19-jährige Lünerin, die sich generell für eine Beamtenlaufbahn interessierte, auf die Seite der Justiz. „Es ging mir um eine sichere Arbeitsstelle mit Zukunftsperspektiven.“ Der Empfang im Gericht sei dann sehr freundlich gewesen und die Arbeit gefalle ihr richtig gut. „Mir macht das wirklich sehr viel Spaß. Ich fühle mich richtig wohl.“ Ziel der 19-Jährigen ist ein guter Abschluss. Danach möchte sie schauen, welche Chancen sich ihr in dem Bereich bieten.

Samantha Schön (v.l.), Jaqueline Joachim und Sebastian Schlichter an ihrem Arbeitsplatz.

Samantha Schön (v.l.), Jaqueline Joachim und Sebastian Schlichter an ihrem Arbeitsplatz. © Sylvia Mönnig

Ganz ähnlich fällt das Fazit von Jaqueline Joachim aus. Die 21-Jährige, die sich im zweiten Lehrjahr befindet, fand über ein Praktikum den Weg ins Amtsgericht. Sie habe sich dann auf „gut Glück“ beworben – und sei „zum Glück“ genommen worden. „Es hat mir gefallen, dass man hier so viele unterschiedliche Richtungen einschlagen kann.“, betont die junge Frau aus Selm. Ihre Entscheidung bereut sie mitnichten: „Es ist herzlich – als ob man in einer Familie hier sitzt“, erklärt sie und lächelt dabei breit. Jeder kenne jeden und jeder sei bereit, zu helfen, wenn es um Fragen ginge. Wie ihre Mitstreiter auch kann sie sich vorstellen, bis zur Rente bei der Justiz zu bleiben – sehr gerne auch im Amtsgericht Lünen.

Freude über jeden Neuzugang

Sebastian Schlichter ist bereits im dritten Lehrjahr. Der 23-Jährige aus Selm, der sich schon immer für die Justiz interessierte und dankbar über den netten Empfang war, ist mit seiner Wahl zufrieden, bereut seine Entscheidung ebenfalls nicht im Geringsten. „Ich würde es auch noch einmal so machen.“ Das Lernen bereite ihm ebenso viel Freude wie der Umgang mit Menschen. Er möchte gerne die Beamtenlaufbahn einschlagen – vielleicht bis hin zum Rechtspfleger. Und: „Ich würde schon gerne im Amtsgericht Lünen bleiben.“

Die Ausbildungspolitik im Amtsgericht ist ganz im Sinne von Direktor Dr. Niklas Nowatius. Er ist überzeugt: „Das sind die Mitarbeiter der Zukunft.“ Er freue sich tatsächlich über jeden einzelnen Neuzugang. Und umso wichtiger ist es ihm, zu betonen, dass in seinem Haus auch für das kommende Jahr noch Auszubildende zum Justizfachangestellten gesucht werden. Interessierte können sich über das Bewerbungsportal der Justiz (https://www.bewerbungsportal-justiz-nrw.de/BVPlus/) informieren und können sich darüber auch bis Ende Oktober 2020 für das Jahr 2021 bewerben.

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