Naturschützer in Lünen haben 5 Forderungen vor der Kommunalwahl 2020

mlzArbeitskreis Umwelt und Heimat

In wenigen Tagen müssen die Lüner an die Wahl-Urnen. Für viele spielt bei ihrer Entscheidung auch der Naturschutz eine Rolle. Der Arbeitskreis Umwelt und Heimat hat konkrete Forderungen.

Lünen

, 08.09.2020, 17:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Arbeitskreis für Umwelt und Heimat packe viel an, sagt ihr Sprecher Wilhelm Dickhöfer. „Wir versuchen es, aber alleine können wir es auch nicht richten.“ Dazu brauche es die Politik und am Ende die Bürger, die bestimmen, wer im Lüner Stadtrat über die Zukunft der Lippestadt entscheidet.

Deshalb haben Dickhöfer und der Arbeitskreis ein Papier veröffentlicht, in dem sie vor der Kommunalwahl ihre Forderungen klar machen.

Es sind im Wesentlichen fünf Punkte:

  • Keine Freiluftschneisen zubauen: Jede Vernichtung von Grünflächen senke die Lebensqualität der Bürger, heißt es da, deswegen müsse es bei Bebauungsplänen rote Linien geben.
  • Erneuerbare Energien fördern: Der Arbeitskreis positioniert sich hier klar und sagt, das Trianel-Kraftwerk müsse noch früher abgeschaltet werden, der Stadtrat solle Druck machen.
  • Luftbelastung verringern: Weil in Lünen schon jetzt Schwermetalle in Luft und Böden nachweisbar seien, solle die Stadt „durch vorausschauende Bauleitplanung verhindern, dass solche neuen Betriebe angesiedelt werden, die die Schadstoffbelastung erhöhen“.
  • Sorgfältig mit dem Stadtgrün umgehen: Gebüsche und Unterholz sollten weniger radikal gerodet werden, weil manche Vogelarten so vertrieben werden. Kiebitz, Feldlerche, Baumpieper und weitere seien schon „aussterbend“ in Lünen, es brauche einen Artenschutzplan.
  • Den nichtmotorisierten Verkehr fördern: Bei Straßensanierungen sollten die Belange von Fuß- und Radverkehr bedacht werden, es brauche eine gute Ost-West-Verbindung für Radfahrer.



Den Forderungen stellt der Arbeitskreis Umwelt und Heimat gleich mehrere Handlungsempfehlungen bei, die sich schnell umsetzen ließen: Längere Hecken nur abschnittsweise herunterschneiden, Naturschutz-Fortbildungen für Mitarbeiter der Grünpflege, nicht naturverträgliche Beschlüsse aufheben, Schotter-Vorgärten verbieten, vielfältige Biotope als Ausgleichsmaßnahmen anstreben.

Was in den vergangenen Jahren schief lief

Die Naturschützer erinnern außerdem an einige Fälle, die aus ihrer Sicht in den vergangenen Jahren schief gelaufen sind: Die Diskussion über Gewerbeflächen im Welschenkamp sowie die Rodungen für den Stolzenhoff-Neubau und des Kleinbecker Parks. Obwohl der Klimanotstand ausgerufen worden sei, habe sich grundlegend nichts gewandelt in der Lüner Politik. Und genau das wollen die Naturschützer mit ihren Forderungen für die Kommunalwahl ändern.

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