Jede Ausschuss- und Ratssitzung hat einen öffentlichen und nicht-öffentlichen Teil. Die Entscheidung, was die Öffentlichkeit aus erster Hand erfahren darf und was nicht, fällt im Rathaus. © Foto Goldstein
Bürgerbüro

Neue Ausweise: Lüner Ehepaar kämpft wochenlang für Termin im Bürgerbüro

Für den im September anstehenden Urlaub benötigt das Ehepaar Eichhorn neue Ausweise. Doch die wenigen freien Termine im Bürgerbüro sind schnell vergeben. Drei Monate sollte das Paar warten.

Im September soll es für das Ehepaar Eichhorn aus Lünen in den Urlaub auf ihre Lieblingsinsel gehen. Für die Reise nach Kreta benötigen Gudrun Eichhorn und ihr Ehemann jeweils einen Personalausweis. Diese waren abgelaufen. Neue Dokumente mussten her – eigentlich kein Problem. Denn das Bürgerbüro der Stadt Lünen ist aufgrund der Corona-Pandemie zwar für den breiten Publikumsverkehr geschlossen, dennoch werden Termine angeboten, die acht Wochen im Voraus gebucht werden können.

Dies hätte für das Ehepaar Eichhorn ausgereicht, um rechtzeitig zum geplanten Urlaub die neuen Ausweispapiere zu bekommen. Doch die regulären Termine waren alle vergeben. „Man sagte uns, dass wir einen Termin in drei Monaten bekommen könnten“, sagt Gudrun Eichhorn. „Dann hätten wir die Reise absagen müssen.“

Lünens Pressesprecher: Freigeschaltete Termine sind schnell vergeben

Der Stadt ist das Problem bekannt. „Die freigeschalteten Termine sind häufig schnell vergeben“, erklärt Pressesprecher Benedikt Spangardt. „Deswegen schalten wir auch täglich um acht Uhr – donnerstags um neun Uhr – weitere freie Termine für den jeweiligen aktuellen Tag frei“, ergänzt er. Dabei handele es sich um Restkapazitäten oder im Vorfeld abgesagte Termine. So sei es möglich, spontan und ohne lange Vorplanung an einen Termin zu kommen.

Genau dies versuchte das Ehepaar Eichhorn – ganze drei Wochen lang. „Jeden Morgen haben mein Mann und ich versucht, an einen Termin zu kommen“, erzählt die 71-Jährige. Erfolglos. Bereits um kurz nach acht Uhr wären alle freien Möglichkeiten vergeben gewesen.

Bei einem Anruf im Vorzimmer des Bürgermeisters sei sie auf Verständnis gestoßen. Kurze Zeit später habe das Telefon der Eichhorns geklingelt und es sei ihnen ein freier Termin zugeteilt worden.

Bürgerbüro bearbeitet viele Anfragen per Mail

Stadtsprecher Spangardt weist darauf hin, dass viele Dinge per E-Mail (buergerbuero@luenen.de) oder telefonisch erledigt werden könnten. „Dazu gehören zwei der häufigsten Anliegen, nämlich die Beantragung einer Meldebescheinigung sowie die Beantragung eines Führungszeugnisses“, sagt er. Dazu gebe es die Steuer-Identifikationsnummer per Mail-Antrag, aber auch die Verlängerung von Schwerbehindertenausweisen und Fischereischeinen.

Wann das Bürgerbüro wieder für den breiten Publikumsverkehr öffnet, ist noch nicht bekannt. Aufgrund der sinken Corona-Fallzahlen und Inzidenzen beschäftigt sich allerdings der Stab für Außergewöhnliche Ereignisse (SAE) der Stadt mit Öffnungs-Strategien.

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