Neue Lüner Kulturbüro-Chefin: Bewährtes weiterführen, eigene Akzente setzen

mlzTheater-Fachfrau

Für Barbara Kastner ist das Theater ein „Ort für alle“. Seit Anfang November ist sie beruflich in Lünen daheim, wird die Nachfolge von Uwe Wortmann antreten und das Kulturbüro leiten.

Lünen

, 20.11.2020, 14:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seitenwechsel für Barbara Kastner (48). Die neue Leiterin des Lüner Kulturbüros war viele Jahre als Theatermacherin unterwegs, hat sich nun ganz bewusst dafür entschieden, den Theaterbetrieb von der anderen Seite nach vorn zu bringen.

Seit 8. November ist sie nun in Lünen. „Ich finde es ganz toll, dass ich sechs Wochen lang mit meinem Vorgänger Uwe Wortmann zusammen arbeiten kann. So wird die Übergabe reibungslos funktionieren.“ Derzeit lernt sie ihr neues Team kennen, mit dem sie gemeinsam Zielvorstellungen für den Lüner Kulturbereich entwickeln will.

„Ich möchte eine gemeinsame Vision entwickeln, auch für Museum, Weihnachtsmarkt und Kirmes, die ja auch dazu gehören, Wir müssen schauen, was zu Lünen passt. Denn die Lüner sollen sich mit Kultur identifizieren können, die Freizeitangebote mit kulturellen Schwerpunkten auch nutzen“, sagt die Theater- und Kommunikations-Wissenschaftlerin. Ihr Wunsch dabei ist: „Die Lüner sollen stolz darauf sein, was in ihrer Stadt stattfindet.“

Wohnung gefunden

Begeistert ist Barbara Kastner von der Architektur des Heinz-Hilpert-Theaters. „Wobei ich mich da nicht groß umgewöhnen musste, denn in Krefeld haben wir auch einen Graubner-Theaterbau.“ Seit zehn Jahren hat sie ihren ersten Wohnsitz in Krefeld, obwohl sie seit vier Jahren beruflich viel in München unterwegs ist.

In Lünen hat Barbara Kastner schon eine kleine Wohnung gefunden und kann sich auch vorstellen, auf Dauer ihren Erstwohnsitz an die Lippe zu verlegen. Der Anfang ist gemacht, denn jeden Tag durchs ganze Ruhrgebiet mit dem Auto von Krefeld nach Lünen zu fahren wäre keine Alternative.

Für Barbara Kastner ist das Theater ein Ort, an dem man gesellschaftliche Zusammenhänge diskutieren kann, einen Blick in die Stadt wendet und im besten Falle ein Ort für alle sein sollte.

Sie selbst hat gerne auch an ungewöhnlichen Orten gearbeitet, auch mit Jugendlichen. Sie bildete Lehrer und Sozialpädagogen in Richtung der darstellenden Kunst weiter.

In den vergangenen Jahren begann sie, sich auch kulturpolitisch zu engagieren, mit Verwaltungen Kontakt aufzunehmen. „In der letzten Zeit habe ich in München dabei die darstellende Kunst vertreten.“ Vor zwei Jahren absolvierte Barbara Kastner an der Uni München eine Weiterbildung in Theater- und Musikmanagement.

Aus anderer Perspektive

Als sie von der Stelle im Lüner Kulturbüro erfuhr, bewarb sie sich. Mit gutem Grund: „Ich habe gemerkt, dass ich mir sehr gut vorstellen kann, meinen Beruf aus einer anderen Perspektive auszuüben, Kunst und Kultur in einer Stadt gemeinsam mit einem Beigeordneten zu vertreten.“

Weil sie sich in Nordrhein-Westfalen wohl fühlt, schaute sie sich in der Region um. Denn sie war einige Jahre Dramaturgin am Stadttheater Krefeld. „Die Stelle in Lünen war für mich interessant, weil ich den Schwerpunkt Theater habe und mit meinem Netzwerk auch gut Spielpläne gestalten kann.“

Mit dem Spielplan 2021/22 beschäftigt sie sich gerade. „Normalerweise wäre der schon weiter, aber wegen Corona ist beispielsweise die Messe ausgefallen, auf der sich die Theaterschaffenden vorstellen.“

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Junges Publikum einbeziehen

Gerade lernt sie ihre Kollegen und Lünen kennen, versucht etwas zu entwickeln, das gut zur Stadt passt. „Ich will auch junges Publikum mit einbeziehen.“ Auch mit dem aktiven Förderverein Theater Lünen hat sie Kontakt aufgenommen: „Wir wollten uns eigentlich persönlich treffen, nun wird es wohl erstmal auf ein Videogespräch hinauslaufen. Bewährtes wie das Festival Junges Theater will sie beibehalten, aber auch „eigene Akzente setzen“. Auch wenn das wegen Corona momentan schwierig ist. „Aber ich habe das Gefühl, dass die Menschen Hunger nach Kultur haben. Und das Theater ist mit allen Hygienemaßnahmen ein relativ sicherer Ort.“

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