Für die (ehemalige) Flüchtlingsunterkunft in der alten Feuerwache an der Borker Straße gibt es nun neue Pläne. © Matthias Stachelhaus (Archiv)
An der Borker Straße

Neue Pläne für Nutzung der früheren Feuer- und Rettungswache Lünen

Neue Pläne gibt es für die frühere Feuer- und Rettungswache an der Borker Straße in Lünen. Wo nach Feuerwehr und Rettungsdienst Flüchtlinge ein Domizil hatten, geht es bald um Senioren.

Die alte Feuer- und Rettungswache an der Borker Straße steht seit längerem leer. Nachdem auch das Gebäude nicht mehr als Flüchtlings-Unterkunft genutzt wird, soll es demnächst in neuem Glanz erstrahlen und ein Domizil für Medizin und Pflege werden. Nach entsprechenden Umbaumaßnahmen.

Eine der ersten Interessenten ist die Wuppertaler Tagespflege Adrium, die in einem Teil der Räume eine Tagespflege mit 24 Plätzen eröffnen will. „Wir haben uns mit der Bedarfsplanung des Kreises Unna auseinandergesetzt und festgestellt, dass noch eine Unterversorgung an Tagespflegen in Lünen besteht. Das Konzept des Eigentümers und die Lage des Objektes haben uns überzeugt, so dass die Wahl auf diesen Standort gefallen ist“, so Severin Meronow auf Anfrage unserer Redaktion. Meronow ist Geschäftsführer der Tagespflege Meronow, die Tagespflege Adrium wird dazugehören.

Mehr Senioren

Die Zahl der älteren Menschen steigt weiter an. Auch in Lünen. Dadurch ergibt sich derzeit ein Fehlbedarf bei Plätzen in Pflegeheimen, der Kurzzeitpflege und auch der Tagespflege, wie im Pflegebedarfsplan des Kreises Unna nachzulesen ist.

Bei der Tagespflege ergibt sich laut Pflegebedarfsplan ein Minus von 48 Plätzen. Die Hälfte davon soll nun die neue Einrichtung der Tagespflege Adrium UG & Co. KG aus Wuppertal bieten. Sie hatte als einzige ihr Interesse an einer neuen Tagespflege in Lünen bekundet und auch die notwendige Bedarfsbestätigung durch den Kreis erhalten.

Mit den Plänen der Wuppertaler Firma wird nun auch neues Leben in die seit längerem leer stehenden Räume der früheren Feuer- und Rettungswache an der Borker Straße 48a einziehen. Denn dort, so Severin Meronow von der Geschäftsführung der Tagespflege Adrium, plant man die neue Tagespflege in Lünen einzurichten.

Kleines medizinisches Zentrum

„Unser Raumkonzept umfasst bestimmte Punkte und passt genau in den sehr gestaltbaren Grundriss des Gebäudes an der Borker Straße“, so Meronow. Die Gespräche mit dem Eigentümer der früheren Feuerwache laufen. Meronow: „Die Umbauarbeiten übernimmt der Eigentümer, wir mieten die Räumlichkeiten dann an.“ So wie Meronow wolle auch der Eigentümer „alles schnell und zügig voranbringen.“ Denn in dem Gebäude soll nicht nur die Tagespflege einziehen. Meronow: „Es soll ein kleines medizinisches Zentrum werden mit Arztpraxen und eventuell auch Betreutem Wohnen“, hat Meronow vom Eigentümer erfahren. Dabei spiele auch die Nähe zum St.-Marien-Hospital eine wichtige Rolle.

„Je nach Dauer der Umbaumaßnahmen und Zeitplan des Bauherrn steuern wir eine Eröffnung im zweiten Quartal 2022 an“, kündigt Meronow an. Wie die neue Tagespflege heißen wird, stehe noch nicht fest.

Die Tagespflege Adrium ist für Lünen ein neuer Anbieter von Tagespflege für Senioren. Bisher gibt es solche Einrichtungen von Wohlfahrtsverbänden und Lüner Pflegediensten. Meronow: „Als Familienbetrieb arbeiten wir bereits seit 2007 im teilstationären Bereich. Dabei versorgen wir Menschen, die im Alltag eingeschränkt sind und/oder entlasten pflegende und berufstätige Angehörige. Wir bieten diverse Angebote an, um den Tag gemeinsam sinnvoll zu verbringen und einer Vereinsamung entgegenzuwirken. Unsere Konzeption hat dabei einen sehr großen Anklang gefunden und wurde seither stetig optimiert.“

Die Tagespflege in Lünen sei eine Abspaltung der Tagespflege Meronow, werde jedoch mit dem gleichen Konzept arbeiten und deckungsgleich mit den Einrichtungen der Tagespflege Meronow in Wuppertal und Velbert-Neviges sein.

Mit Einrichtung der neuen Tagespflege fehlen dennoch weitere Plätze in der stationären und der Tagespflege in Lünen. Diese werden, so der Kreis Unna, unter dem Aspekt der fortschreitenden Entwicklung im kommenden Pflegebedarfsplan und der anschließenden Bedarfsausschreibung erneut Berücksichtigung finden.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
Zur Autorenseite
Beate Rottgardt

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.