Neuer Mobilfunkmast in der Bebelstraße: Stadt muss Masten nicht genehmigen

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Die Stadt hat den neuen Funkmast in der Bebelstraße nicht genehmigt und hat keinen Überblick über die Zahl der Masten in der Stadt. Muss sie auch nicht. Warum, erklärt die Deutsche Funkturm GmbH.

Lünen

, 03.10.2020, 13:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bebelstraße ist um zwei Mobilfunkmasten auf einem Hausdach reicher. Wie viele Funkmasten es in Lünen nun insgesamt gibt, darüber hat die Stadt keine Übersicht. „Funkmasten sind bis zu einer Höhe von zehn Metern nicht genehmigungspflichtig“, erklärt Stadtpresssprecher Alexander Dziedeck und fügt hinzu: „Die Anbieter müssen eigenverantwortlich die Statik und Eignung der Immobilien überprüfen, auf denen die Masten angebracht werden.“ Wer die Masten auf den Lüner Häusern aufgestellt hat, wissen daher auch nur die Immobilienbesitzer. In Frage kämen die drei Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefónica.

Mehrere Masten in der Bebelstraße

Die Deutsche Telekom besitzt rund 20 Funkstandorte in Lünen, davon zwei in der Bebelstraße. Dort wurde zuletzt im April 2019 auf dem Haus Nummer 135 ein Dachantennenträger eingerichtet. Laut Angaben der Telekom handelt es sich bei dem neuen Standort um einen Vodafone-Masten. Kann jeder einfach so Masten aufstellen? Das erklärt Benedikt Albers von der DMFG (Deutsche Funkturm GmbH), welche die Mobilfunkstandorte der Telekom baut und betreibt.

? Wer erlaubt den Aufbau von neuen Mobilfunkmasten?

Es ist korrekt, dass in NRW Bauten unter 10 Metern in der Regel baugenehmigungsfrei sind. Da Dachstandorte durch die Gebäudehöhe schon hoch sind, reichen in vielen Fällen Antennenträger, die niedriger als 10 Meter sind. Jeder Standort muss unabhängig von der Höhe bei der Bundesnetzagentur beantragt und durch diese genehmigt werden.

Nach welchen Maßstäben werden neue Standorte ausgewählt?

“Der Standort für einen Mobilfunkmast muss in erster Linie funktechnisch geeignet sein, d.h. von dort aus muss das Versorgungsziel im gewünschten Gebiet erreicht werden können. Dazu ist es u.a. wichtig, dass der Standort möglichst nah am zu versorgenden Gebiet liegt, es keine signifikanten Hindernisse zwischen dem Standort und dem Versorgungsgebiet gibt, der Mast gut angebunden werden kann und wir letztlich eine Möglichkeit bekommen, diese Fläche zu mieten.“

Was für eine Reichweite hat so ein Sender?

Die Reichweite von Mobilfunkstandorten ist sehr unterschiedlich und hängt vor allem von der Kundendichte ab. Auf dem wenig besiedelten „flachen Land“ hat ein Mobilfunkmast beispielsweise eine Reichweite von 3 Kilometern, in dichter besiedelten Städten mit einer höheren Dichte an Standorten ist die Reichweite deutlich geringer. Neue Mobilfunkstandorte müssen in das bestehende Netz integriert werden, sodass es zu keinen Interferenzen zu umliegenden Sendern kommt.

Was kostet so ein Mobilfunkmast?

Ein freistehender Mobilfunkmast kostet durchschnittlich etwa 200.000 Euro. Dachstandorte sind günstiger. Die Kosten hängen von den individuellen Rahmenbedingungen ab.

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