Neuer Name fürs Stadtfest: „Wir wollen nicht übereinander reden, sondern miteinander“

Abstimmung läuft

Das multikulturelle Stadtfest soll einen neuen Namen erhalten, der alle Bevölkerungsgruppen anspricht. Dem Integrationsrat der Stadt Lünen kommt dabei eine besondere Rolle zu.

Lünen

, 23.03.2019, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hakan Takil (v.l.) ruft gemeinsam mit Dezernent Ludger Trepper und Wolfgang Bennewitz zum Namenswettbewerb für das Stadtfest auf.

Hakan Takil (v.l.) ruft gemeinsam mit Dezernent Ludger Trepper und Wolfgang Bennewitz zum Namenswettbewerb für das Stadtfest auf. © Claeßen

Der Integrationsrat ruft gemeinsam mit dem Behindertenbeirat, der Stadtverwaltung und den Ruhr Nachrichten zu einem Namenswettbewerb für das multikulturelle Stadtfest auf. Wir haben mit dem Vorsitzendes des Integrationsrates, Hakan Takil, über die Veranstaltung gesprochen.

Herr Takil, welchen Stellenwert hat das multikulturelle Stadtfest für den Integrationsrat?

Als der damalige im Jahr 1981 erstmalig gebildete Ausländerbeirat für das Jahr 1982 noch unter dem Titel „Festival `82 – Deutsch-Ausländische Begegnungen“ das erste multikulturelle Stadtfest – unter der Organisation des ersten Geschäftsführers des Ausländerbeirates Willi Engelbertz – veranstaltet hat, konnte womöglich niemand erahnen, dass sich daraus eine feste Größe, eine über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Veranstaltung, entwickelt. Das multikulturelle Stadtfest ist eine traditionsreiche Veranstaltung, die der Integrationsrat gerne arrangiert.

Wie kann ein Stadtfest zur Integration beitragen?

Wie der seinerzeitige Titel bzw. Motto der Veranstaltung nahelegt, ist das Ziel dieser Veranstaltung, Menschen verschiedenster Herkunft zu einem Dialog miteinander zusammenzubringen. Dadurch erfolgt ein kultureller Austausch zwischen Menschen mit Zuwanderungsgeschichte und „Einheimischen“. Begegnungen sollen untereinander stattfinden, die alle Gruppierungen und Organisationen der Bevölkerung einschließen. Es ist wichtig, dass der Dialog dabei auf gleicher Augenhöhe stattfindet. Wir wollen nicht übereinander reden, sondern miteinander.

Mittlerweile findet das Stadtfest zum 36. Mal statt. Wie hat sich die Wahrnehmung von Integration in den vergangenen Jahren verändert?

Die demographische Entwicklung in Deutschland zeigt, dass in den nächsten Jahren und Jahrzehnten der Anteil der Bevölkerung mit Zuwanderungsgeschichte wachsen wird. Mehr als ein Viertel der Lüner Bevölkerung hat eine Zuwanderungsgeschichte; bei der jungen Generation steigt der Anteil auf beinahe 40 Prozent. Damit sind Chancen und Anforderungen vielfältiger Art verbunden. Integration wird als wechselseitiger Prozess eine dauerhafte gesellschaftliche Aufgabe für alle Menschen unseres Gemeinwesens sein.

Welche anderen Möglichkeiten gibt es, die verschiedenen kulturellen Gruppen in Lünen zusammenzuführen?

Die Begegnung findet selbstverständlich nicht nur im Rahmen des multikulturellen Stadtfestes statt, sondern in den verschiedensten Bereichen der Gesellschaft. Dies fängt beispielsweise in den Kindergärten und den Schulen an. Zu nennen ist dabei natürlich ebenfalls das Arbeitsleben und nicht zu vernachlässigen ist die Freizeitgestaltung der Menschen z.B. in den verschiedensten Sportvereinen. Gleichzeitig ist dort auch das ehrenamtliche Engagement zu sehen.

Wo stößt Integration an ihre Grenzen? Und warum ist das so?

Die Gestaltung des Zusammenlebens von Menschen verschiedener religiöser und kultureller Orientierung in gegenseitiger Toleranz und Verständnis ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, für die wir alle Verantwortung tragen.
Der Integrationsprozess erfordert sowohl von den Zuwanderinnen und Zuwanderern als auch von der Aufnahmegesellschaft Anstrengungen, die zum erfolgreichen Gelingen der Integration zugunsten aller Beteiligten nötig sind.
Da Integration durch die konkreten Begegnungen von Menschen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte vor Ort stattfindet, kommt insbesondere den Kommunen, die einen Großteil der Integrationsleistungen erbringen, eine besondere Aufgabe zu. Denn gerade hier zeichnen sich Integrationserfolge sowie –misserfolge unmittelbar ab. Deshalb hat unsere Stadt die kommunale Integrationspolitik als Querschnittsaufgabe definiert.

Wenn Sie persönlich wählen dürften – welchen Namen würden Sie dem Stadtfest geben?

Multikulturelles Stadtfest - das Lüner Fest der Vielfalt.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt