Neuer Schlüsseldienst in Lünen: Start-Up „mellon“ wirbt mit Festpreis

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Das Bochumer Start-Up „mellon“ verspricht Türöffnungen zum Festpreis und bietet seinen Service nun auch in Lünen an. Die Verbraucherzentrale hat zudem wichtige Tipps für den „Ernstfall“.

Lünen

, 30.07.2020, 08:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Schlüsseldienst-Branche gibt es ein paar „schwarze Schafe“, die die Notsituation von Kunden ausnutzen, sagt die Verbraucherzentrale. Daher genießt sie wahrscheinlich auch nicht den besten Ruf. Das Start-Up „mellon“ aus Bochum möchte das ändern. Es wirbt damit, dass es Schlüsseldienste zum Festpreis vermittelt, um Verbraucher vor hohen Kosten zu schützen. So will die Firma „eine Alternative zu betrügerischen Schlüsselnotdiensten“ bieten, heißt es in einer Pressemitteilung. Nun bietet das Start-Up seine Dienste auch in Lünen an.

„Wir wollen, dass Leute in Not nicht abgezockt werden“, sagt Aylina Schneider aus dem PR-Team von „mellon“. Denn die Leistungen von Schlüsseldiensten seien oft gar nicht so teuer. Das Öffnen einer zugefallenen Tür sei in der Regel eine Sache von einer Minute und müsse keine 300 Euro kosten, so Schneider.

Negative Erfahrungen mit Schlüsseldiensten

Aber was ist eigentlich dran an dem schlechten Ruf und den Abzock-Geschichten über Schlüsseldienste? Jutta Gülzow von der Verbraucherzentrale in Lünen kennt die oft negativen Erfahrungen. Allerdings handele es sich natürlich nicht bei allen Schlüsselnotdiensten um unseriöse Anbieter, betont sie: „Wir kriegen ja nur die negativen Fälle mit, von denen uns Verbraucher berichten. Von positiven Erfahrungen erzählt uns keiner“, so Gülzow.

Sie empfiehlt, zunächst einen kühlen Kopf zu bewahren, wenn man sich ausgeschlossen hat. Man sollte überlegen, ob es wirklich sofort einen Notdienst braucht. Bei der Auswahl sollte man dann darauf achten, dass es sich um ein örtliches Unternehmen handelt - sonst können die Anfahrtskosten teuer werden. Vorsichtig sollte man laut Verbraucherzentrale bei Firmen mit dem Namen „AAA“ sein: Diese haben oft nur das Ziel, im Branchen- oder Telefonbuch ganz oben zu stehen und stellen sich anschließend tatsächlich als unseriöse Abzocker heraus.

Rechnung muss nicht sofort bezahlt werden

Hat man sich für einen Dienstleister entschieden, sei auch die Preisabsprache wichtig. „Ein Festpreis ist am transparentesten“, erklärt Gülzow. Hat man einen solchen Preis vereinbart, sollte es auch auf der Rechnung dabei bleiben. Ist der Preis höher als vereinbart, hat man das Recht, vorerst nur die vereinbarte Summe zu zahlen. Dabei solle man sich nicht unter Druck setzen lassen, rät Jutta Gülzow: „Man hat in diesem Moment das Hausrecht und kann im Notfall auch guten Gewissens die Polizei rufen.“

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Das Gleiche gelte, wenn vorher kein Preis abgesprochen wurde. Auch in diesem Fall habe man das Recht, die Rechnung nicht sofort zu bezahlen, sondern sie erst zu überprüfen. Aufpassen sollte man aber, wenn der Anbieter schon am Telefon Fragen nach dem Preis ausweicht. Zwar müsse der Dienstleister keinen genauen Betrag nennen, eine ungefähre Größenordnung müsse aber möglich sein: „Ansonsten kann man nur schwer vergleichen“, sagt Gülzow.

Zusammenarbeit mit lokalen Partnern

Die Firma „mellon“ möchte dem entgegenwirken, indem sie „mit seriösen, lokalen Partnern zusammenarbeitet“. Pro Stadt, in der das Start-Up seine Dienste anbietet, kooperiert es mit etwa zwei bis drei Schlüsseldiensten. „Dazu schauen wir, welche Anbieter vor Ort seriös sind und zu unserer Unternehmensphilosophie passen“, erklärt Aylina Schneider. Diese arbeiten dann im Auftrag von „mellon“ zu einem Festpreis zwischen 89 und 159 Euro - je nach Tageszeit und abhängig davon, ob die Tür abgeschlossen oder nur zugefallen ist.

Eine solche Staffelung mit einem Aufschlag außerhalb der Betriebszeiten und an Wochenenden sei üblich, sagt Jutta Gülzow. Ein Festpreis sei aber ihrer Ansicht nach oft auch beste Lösung.

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