Die Mitarbeiter der Wohnungslosenhilfe bieten demnächst eine offene Sprechstunde für Wohnungslose im neuen Tagesaufenthalt an. © Peter Fiedler (A)
Soziales

Neues Angebot: Wohnungslose können sich tagsüber im Warmen aufhalten

Es war ein lang gehegter Wunsch des Vereins „Dach über dem Kopf“. Nun wird er mit Hilfe der Stadt und der Diakonie realisiert - ein Ort, an dem sich Wohnungslose tagsüber aufhalten können.

Im Moment arbeiten die Verantwortlichen des Vereins „Dach über dem Kopf“ zusammen mit der Stadt Lünen und der Diakonie an einem neuen Tagesaufenthalts-Angebot für Wohnungslose.

„Wahrscheinlich können Wohnungslose im Dezember dort hin“, so Ulrich Klink, Vorsitzender von „Dach über dem Kopf“. Möglich wird das durch den Kooperationsvertrag zwischen der Stadt Lünen, der Diakonie und dem Verein „Dach über dem Kopf“.

Es handelt sich um die früheren Räume des Kontaktclubs, der inzwischen in die ehemalige evangelische Kita St. Georg gezogen sind. Die Räume liegen hinter der Stadtkirche St. Georg und bieten Platz für acht bis zehn Wohnungslose, die sich maximal dort gleichzeitig aufhalten können. Das ist gerade in der kalten Jahreszeit wichtig, damit die Betroffenen sich an einem zentralen Ort aufwärmen und aufhalten können.

Einrichtung durch Spenden

„Eine Küche und Toiletten sind dort vorhanden, wahrscheinlich auch ein Büroraum. Dieses Angebot ist eine wirkliche Qualitätsverbesserung für Wohnungslose“, sagt Klink. Die Einrichtung stammt überwiegend aus Sachspenden der evangelischen Kirchengemeinde und des Vereins „Dach über dem Kopf“.

Die Diakonie bietet an den Werktagen für zwei Stunden eine offene Sprechstunde der Wohnungslosenhilfe im neuen Tagesaufenthalt an. So könne der niederschwellige Kontakt zu den Besuchern wieder hergestellt werden. Der Verein „Dach über dem Kopf“ wird den Tagesaufenthalt mit ehrenamtlicher Tätigkeit unterstützen. Am Wochenende und an Feiertagen soll sich der Verein um eine hausmeisterliche Aufsicht kümmern. Wahrscheinlich durch Honorarkräfte, refinanziert von der Stadt.

Angemietet bis zum 30. April

Die durch den Kontaktclub frei gewordenen Räume werden von der evangelischen Kirchengemeinde nun angemietet. Zunächst einmal bis zum 30. April 2021. Aber wenn sich die Aufenthalts-Möglichkeit bewährt und gut ankommt, kann sich Klink gut vorstellen, dass sie ganzjährig angeboten wird.

Bisher – vor Corona – konnten sich Wohnungslose in der kalten Jahreszeit während der Beratungszeiten der Wohnungslosenhilfe der Diakonie im Warteraum des Gebäudes St.-Georg-Kirchplatz 4a aufhalten.

Zusätzlich hatte „Dach über dem Kopf“ vom 1. November bis 31. März auch an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen für Verpflegung und Aufsicht gesorgt. So konnten sich an kalten Tagen Wohnungslose im Warteraum der Wohnungslosenberatung aufwärmen.

Dieser Warteraum steht seit März dieses Jahres aufgrund von Corona nicht mehr zur Verfügung. Stattdessen bieten die Mitarbeiter der Wohnungslosenhilfe Termine nach Vereinbarung an. Das wird jedoch kaum angenommen und als Hürde von den Betroffenen gesehen. So ist die Zahl der Beratungen laut Diakonie stark zurückgegangen.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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