Neues Klärbecken soll Regen aus Gewerbegebiet Wethmarheide reinigen

mlzBauprojekt

Ungereinigt rauscht das Regenwasser des Gewerbegebiets Wethmarheide in die Lippe. Ein Klärbecken soll das verhindern. Der Bau des 1,3-Millionen-Euro-Projektes hat jetzt begonnen.

Lünen

, 23.09.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

In einem Trennsystem wird das 47 Hektar große Gewerbegebiet An der Wethmarheide zurzeit entwässert: Das Schmutzwasser fließt durch die Kanalisation ins Klärwerk. Das Regenwasser nimmt den Weg durch einen Düker unter dem Datteln-Hamm-Kanal hindurch in die Rühenbecke und dann weiter in die Lippe. Das Problem: Der Regen kommt ungereinigt und ungedrosselt in den Fluss.

Das ist nach dem Trennerlass aus dem Jahr 2004 nicht mehr erlaubt. Für Lünen bedeutet das, dass ein Regenklärbecken gebaut werden muss.

Die Bagger sind angerückt. An der Brambauer Straße, unweit der Kreuzung Brunnenstraße/Wethmarheide heben sie den Boden für ein 320 Quadratmeter großes Bauwerk aus. Das kostet 1,3 Millionen Euro.

Schwebeteile setzen sich ab

Mitte kommenden Jahres soll dieses Becken dann den Niederschlag aus der Wethmarheide aufnehmen. Der fließt dann langsam dort hinein. Die Schwebeteile setzen sich am Boden ab. Sie werden nach jedem größeren Regenereignis abgepumpt und gelangen über die Schmutzwasserkanalisation in die Kläranlage. Was noch in die Lippe kommt, ist dann gereinigter Regen. Das neue Regenklärbecken ist das zweite, das der Stadtbetrieb Abwasserbeseitigung Lünen (SAL) betreibt, sagt Thomas Palz, Sachgebietsleiter Kanalbau bei SAL. Ein weiteres befindet sich unweit der Schlossmühle Lippholthausen. Es gibt noch weitere. Die laufen aber unter der Regie des Lippeverbandes.

Regen mittel bis stark belastet

Das Regenwasser der 47 Hektar in der Wethmarheide fließt über knapp 22 Hektar Gewerbeflächen. Sie gelten als schwach belastet. Stark belastet sei der Niederschlag, der über die 5 Hektar Straßenfläche komme. Insgesamt sei Wasser von 27 Hektar Flächenanteil mittel bis stark belastet und muss daher geklärt werden. „Eine gesetzliche Verpflichtung zur Behandlung von Niederschlagswasser ist nachgewiesen und muss Berücksichtigung finden“, so Palz.

Das Becken wird vier Meter tief sein. Dafür werden 2400 Kubikmeter Boden ausgehoben. „Es ist schon ein größeres Bauprojekt“, so Palz.

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