Osterfeldschule: Gesundheitsbehörde lobt Entscheidung der Schulleitung

mlzMaskenpflicht für Kinder

Viel Kritik hat Schulleiterin Iris Lüken für ihre Entscheidung, an der Osterfeldschule als Corona-Maßnahme eine strikte Maskenpflicht einzuführen, von den Eltern bekommen. Lob gibt es von der Gesundheitsbehörde.

Lünen

, 19.05.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mund- und Nasenschutz auch im Unterricht - eine Anordnung, die viele Eltern der Osterfeldgrundschule nicht hinnehmen wollten. Ihre Sorge: Das Tragen einer Maske stört die Konzentration der Kinder, sorgt für zusätzliche Angst und behindert zudem die persönliche Entwicklung. Entsprechend hatte auch die Schulpflegschaft ihren Unmut über die Entscheidung von Schulleiterin Iris Lüken geäußert.

Nun springt der Kreis Unna als zuständige Gesundheitsbehörde der Schulleiterin zur Seite. „Sie hat hier sehr gut reagiert“, erklärt Kreissprecherin Constanze Rauert auf Anfrage. „Weil im Grunde alle betroffen sind und man nicht abschätzen kann, wie groß die Sache wird, hat sie stringent gehandelt.“

Im Zweifel lieber vorsichtiger sein

An der Osterfeldschule hat sich ein Kind mit dem Coronavirus infiziert, seine Lehrerin musste daraufhin in Quarantäne. Ihr Testergebnis steht noch aus - da sie Kontakt zu anderen Lehrerinnen und Lehrern hatte, könnte ein weiterer positiver Test schwere Konsequenzen für die Schule haben. „Gerade aufgrund dieses Zweifels sollte man lieber vorsichtiger sein“, sagt Constanze Rauert.

Natürlich könne sie auch die Eltern verstehen: „Wenn man nach draußen schaut - die Sonne scheint, alle sind draußen, essen Eis und spazieren im Park.“ Im Grunde sei man schon wieder zurück in der Normalität. „Wenn dann einer kommt und sagt, wir müssen jetzt besonders vorsichtig sein, ist es klar, dass einige fragen: Ist das jetzt nicht übertrieben?“

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Allerdings wies die Kreissprecherin auch darauf hin, dass es im Falle einer weiteren Infektion noch ganz andere Folgen hätte geben können, wenn nicht sofort Schutzmaßnahmen ergriffen werden: „Und diese Kritik müsste dann auch erst einmal jemand aushalten.“

Grundsätzlich habe der Fall gezeigt, dass die eingespielten Systeme im Kreis Unna, aber auch in Deutschland generell gut funktionieren. Zudem appellierte Constanze Rauert an die Eltern: „Stützen sie unsere Maßnahmen, machen sie mit - schließlich geht es letzten Endes um den Schutz Ihrer Kinder.“

Stadt Lünen ist nicht zuständig

Die Stadt Lünen ist übrigens, obwohl Schulträger, in solchen Fällen außen vor. „Bei Auftreten von Corona-Infektionen trifft das Gesundheitsamt des Kreises Unna die erforderlichen Anordnungen. Als kreisangehörige Stadt unterstützen wir diese Aufgabe lediglich“, sagt Stadtsprecher Benedikt Spangardt.

Neben dem Gesundheitsamt träfen an den Schulen die Schulleitungen die Entscheidungen zu Verhaltensregeln innerhalb der Schule. „Die Schulleitungen unterliegen der Aufsicht des Landes NRW. Die Anordnung einer Maskenpflicht innerhalb einer Schule ist der direkten Einflussnahme durch die Stadt als Schulträger entzogen“, so der Stadtsprecher weiter.

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