Möglichst kontaktlos sollen Pakete in der Pandemie an die Adressaten übergeben werden. Bei einem Lüner lief das zuletzt aber anders: Unterschrift, Ausweis und ein Foto waren hier nötig. (Symbolbild) © picture alliance / dpa
Paketzustellung

Paket-Ärger: Lüner muss Ausweis bei Lieferung fotografieren lassen

Wegen Corona verzichtet die DHL aktuell auf die Unterschriften der Paketempfänger. Ausnahmen bestätigen die Regel: Was ein Lüner erlebte, um sein Paket zu bekommen, versetzt ihn in Sorge.

Um Kunden und Zusteller bestmöglich zu schützen, setzt die Deutsche Post angesichts der Corona-Pandemie wenn möglich auf kontaktlosen Empfang der Pakete, heißt es auf der Website des Unternehmens. In der Regel werde auf die Kundenunterschrift verzichtet, um den persönlichen Kontakt als auch den Kontakt von Handscanner und Stift zu minimieren.

Paket-Ärger: Unterschrift, Ausweis und Foto – muss das sein?

Umso überraschter war ein Lüner, als seine Frau ihn zur Tür rief, um ein Paket persönlich entgegen zu nehmen. Ihr habe der Zusteller das Paket nicht geben wollen. Der adressierte Lüner sollte auf dem Paket neben der Adresse unterschreiben, erzählt der Mann, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Wie gesagt, so getan. Davon habe der Zusteller ein Foto gemacht. Doch das reichte ihm noch immer nicht. Er rückte das Paket nicht heraus.

Sein Ausweis sollte die Identität des Lüners außerdem bestätigen. Als der DHL-Bote den Ausweis auf das Paket legte und von Anschrift, Unterschrift und Ausweisdokument ein Foto machte, traute der Lüner seinen Augen nicht, erklärt er am Telefon gegenüber unserer Redaktion. Sein Paket habe er erst danach schließlich ausgehändigt bekommen.

Warum das Ganze hätte notwendig sein sollen, das frage sich der Lüner nun. Zudem mache er sich Sorgen, dass er nun Opfer von Unterschriftenfälschung werden könne.

„Es werden keine Daten gesammelt“

Post-Sprecher Rainer Ernzer bestätigt den Lüner Vorfall auf Anfrage. „Das hätte nicht passieren dürfen. Der Kollege ist übers Ziel hinaus geschossen“, sagt er. Es gebe unterschiedliche Sendungsformen, bei denen ein Ausweis zur Annahme verlangt werden müsse. Das zeige das System dem jeweiligen Zusteller an und der wiederum fordere das vom Paketempfänger ein. Das könne notwendig werden, wenn etwa das Alter überprüft werden müsse oder wenn es sich um eine wertvolle Lieferung handele. Das Fotografieren des Ausweisdokuments gehöre aber nicht dazu, betont Ernzer ausdrücklich.

Was die Unterschrift auf dem Paket betrifft, dazu sagt der Unternehmenssprecher: „Vor Corona musste der Empfänger eines Pakets immer auf dem Scanner unterschreiben. Das wurde corona-bedingt geändert. Grundsätzlich werden Pakete kontaktlos übergeben. In Einzelfällen müssen Empfänger aber auf dem Paket, also nahe der Sendungsnummer, unterschreiben und das wird fotografiert.“

Der Zusteller, der den Ausweis des Lüners fälschlicherweise fotografiert hat, sei entsprechend „nachgeschult“ worden, sagt Rainer Ernzer. Und was passiert nun mit dem Foto? Ernzer betont: „Es werden keine Daten gesammelt. Das Foto wird gelöscht.“

Über die Autorin
Volontärin
Ist am Niederrhein geboren und aufgewachsen. Hat Germanistik und Kunstgeschichte studiert und lebt seitdem in ihrer Wahlheimat Bochum. Liebt das Ruhrgebiet und all seine spannenden Menschen und Geschichten.
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Irina Höfken
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