Isabell Schneider - hier mit einem Aschekreuz am Aschermittwoch - sagt der St. Marien-Gemeinde nach acht Jahren adieu und wird Krankenhaus-Seelsorgerin in Lüdinghausen. © Schneider
St. Marien

Pastoralreferentin Isabell Schneider: Abschied nach acht Jahren

Eine neue berufliche Herausforderung wartet auf Isabell Schneider. Nach acht Jahren verlässt die Pastoralreferentin die St. Marien-Gemeinde. Sie wechselt aber nur den Job, nicht den Wohnort.

Diese Nachricht kam für viele Menschen in der Lüner St. Marien-Gemeinde überraschend – zum 1. Januar verlässt Pastoralreferentin Isabell Schneider die Gemeinde in Richtung Lüdinghausen. Dort wird sie Krankenhaus-Seelsorgerin am Marienhospital.

Damit erfüllt sich die 45-Jährige einen Traum, den sie schon während des Abschlusses ihrer Ausbildung zur Pastoralreferentin hatte. „Ich wollte gerne irgendwann in die Krankenhaus-Seelsorge gehen, aber erst einmal in einer Gemeinde Erfahrungen sammeln“, erinnert sich Isabell Schneider. Das war 2012, das Jahr, in dem sie nach der vierjährigen Ausbildung in die Lüner St. Marien-Gemeinde kam und mit ihrer Familie nach Lünen zog.

Aufgaben haben Freude bereitet

In der Lippestadt hat sie sich so gut eingelebt, dass Lünen trotz des beruflichen Wechsels nach Lüdinghausen weiter ihre Heimat bleiben wird. „Es war für unsere Familie wichtig, dass wir in Lünen wohnen bleiben können.“ Auch wenn ihr die Aufgaben in der St. Marien-Gemeinde immer viel Freude bereitet haben, schaute sie zwischendurch, ob und wo es Stellen in der Krankenhaus-Seelsorge gibt.

„Ich habe in den acht Jahren in St. Marien, meiner ersten Stelle nach der Ausbildung, viel Erfahrung gesammelt. Dann waren zwei Stellen als Krankenhaus-Seelsorger in unmittelbarer Nähe ausgeschrieben.“ Weil die Stelle in Lüdinghausen ihr interessant erschien, nahm sie Kontakt mit Münster auf und auch mit der Franziskus-Stiftung, die das Marienhospital in Lüdinghausen leitet. „Es hat Gespräche gegeben, in denen es auch darum ging, ob ich in das Leitbild passe.“ Die zweifache Mutter passte offenbar, denn sie bekam die Stelle.

Als Pastoralreferentin in St. Marien kümmerte sich Isabell Schneider (l.) auch viel um Kinder in der Gemeinde. © Schneider © Schneider

Ihr erster Arbeitstag wird der 4. Januar 2021 sein. „Meine Vorgängerin ist im Mai in den Ruhestand gegangen, seitdem ist die Stelle vakant.

In etwa eineinhalb Jahren wird Isabell Schneider nicht nur Seelsorgerin im Krankenhaus sein, sondern sich auch um die Seelsorge im benachbarten Seniorenheim St. Ludgerus kümmern. „Dort ist derzeit ein Pastoralreferent tätig, der dann aber auch in den Ruhestand geht.“ Dessen Stelle wird dann nicht mehr besetzt, sondern die Wahl-Lünerin ist dann auch dort Seelsorgerin.

„Seelsorge hat viele Facetten, das habe ich in St. Marien erfahren.“ An der Kardinal-von-Galen-Grundschule kümmerte sie sich um die Religions-AG und Gottesdienste, auch in der St. Gottfried-Kita war sie tätig und natürlich in der Erstkommunion-Vorbereitung.

Vertrauensverhältnis aufbauen

Bald kümmert sie sich vor allem um kranke Menschen. „Jede Erkrankung ist eine Krise, die Ängste und Veränderungen mit sich bringt. Da wird Seelsorge ganz intensiv.“ Sie muss ein Vertrauensverhältnis zu den Patienten aufbauen, glaubt, das werde eine „spannende und bereichernde Aufgabe“. Ihr Dienstherr ist der Pfarrer der Gemeinde, auch wenn sie in der Gemeinde selbst nicht tätig sein wird.

Dass die neue Aufgabe genau das Richtige für Isabell Schneider ist, hätten ihr auch schon Mitglieder der St. Marien-Gemeinde bestätigt: „Es waren Menschen, die mich von der Sterbebegleitung oder Beerdigungsdiensten kennen, die sich gut vorstellen können, dass Krankenhaus-Seelsorge für mich richtig ist.“

Ob sie in St. Marien einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin bekommt, wird das Bistum Münster entscheiden. Sie hofft, dass es weiter einen Pastoralreferenten in der Gemeinde geben wird.

Auch beim Gemeindekarneval war Isabell Schneider aktiv dabei. © Schneider © Schneider

Dass sie selbst diesen Weg gegangen ist, verdankt sie auch Pfarrer Jürgen Schäfer (heute in Werne tätig), den sie aus ihrer früheren Gemeinde in Recklinghausen-Suderwich kennt. Denn eigentlich ist Isabell Schneider Rechtsanwalts- und Notarfachgehilfin. Als Sohn und Tochter geboren wurden, war sie zunächst Hausfrau und Mutter, half dann ihrem Mann in seiner kleinen Baufirma im Büro. Aber sie war auch in der Kirchengemeinde aktiv und wollte immer schon mit Menschen arbeiten. Der Pfarrer machte ihr Mut.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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