Pfarreien Beckinghausen und Mitte fusionieren

Ab 1. Januar

Den Beschluss der Kirchenvorstände gibt es schon länger, am 1. Januar 2017 tritt er in Kraft: Die katholische Kirchengemeinde Herz Jesu Beckinghausen gibt ihre Eigenständigkeit auf und fusioniert mit Herz Jesu Lünen-Mitte. Der Paderborner Erzbischof hat zugestimmt.

BECKINGHAUSEN

, 11.12.2016, 06:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Soll erhalten bleiben: Die Herz-Jesu-Kirche Beckinghausen an der Kamener Straße.

Soll erhalten bleiben: Die Herz-Jesu-Kirche Beckinghausen an der Kamener Straße.

Damit ist Beckinghausen die zweite von sieben Gemeinden des Pastoralen Raums Lünen, die Anschluss sucht: Seit anderthalb Jahren gehört St. Joseph zur Pfarrei Herz Jesu Lünen-Mitte. „Wir wären gerne selbstständig geblieben, aber das ist die logische Konsequenz einer Entwicklung“, sagt Mathias Kappelhoff (Foto 1), Kirchenvorstand von Herz Jesu Beckinghausen.

Seit dem Weggang von Pfarrer Norbert Hagemeister sind mit Dr. Thomas Roddey (Foto 2) und Christian Kluczynski zwei Geistliche für sieben Gemeinden zuständig. In Beckinghausen fiel die Vorabendmesse am Samstag weg. Es gibt eine Messe um 9 Uhr am Donnerstag und alle 14 Tage sonntags einen Wortgottesdienst im Seniorenzentrum. Erstmals ist an Silvester kein Gottesdienst.

Mitglieder werden die Fusion kaum wahrnehmen

„Viele Gemeindemitglieder werden die Fusion gar nicht wahrnehmen“, glaubt Kappelhoff. Denn die Veränderungen seien eher organisatorischer Art. „Der Vorteil einer Pfarreifusion liegt in einer strafferen und übersichtlicheren Verwaltung der Kirchengemeinden“, so Pfarrer Dr. Thomas Roddey, Leiter des Pastoralen Raumes Lünen. Es könnten Synergie-Effekte durch gemeinsames Personal, Finanz- und Immobilienverwaltung sowie gemeinsame Beauftragung von Dienstleistern genutzt werden. Beispielsweise wird der Friedhof in Beckinghausen künftig von Lünen aus verwaltet.

Das Gemeindeleben soll so weitergehen wie bisher, wünscht sich Kappelhoff. Dazu zählen die enge Kooperation mit dem Seniorenzentrum oder der beliebte Martinsumzug mit dem Kindergarten von Herz Mariä Horstmar, an dem bis zu 200 Teilnehmer auf dem Kirchenvorplatz in Beckinghausen zusammen kommen. Auch die Kirche, „eine der schönsten in Lünen“, solle erhalten bleiben, hofft Kappelhoff.

Vor Ort ist Diakon Dietmar Fischhofer. Er übernimmt die Wortgottesdienste im Seniorenzentrum. Seine Frau Dorothee ist als Küsterin tätig.

„Passt vom Gefühl“

„Wir hätten auch mit Nachbargemeinden zusammengehen können“, erläutert Kappelhoff. Weil in einigen Jahren weitere Fusionen folgen könnten, habe man gleich diese Lösung gewählt. In Gesprächen mit dem Kirchenvorstand von Herz Jesu sei klar geworden: „Das passt vom Gefühl her.“

 

 

Bis zu den nächsten Wahlen seien zwei Kirchenvorstandsmitglieder aus Beckinghausen in Herz Jesu Lünen beratend vertreten. Dann werde man schauen, dass ein Vertreter aus dem Süden dort dauerhaft Sitz und Stimme hat. Der Pastorale Raum Lünen hat bereits Erfahrung mit der Fusion von St. Joseph: „Im Rückblick kann gesagt werden, dass sie gut geglückt ist“, ist Thomas Roddey überzeugt.

Unterschiede zwischen den Begriffen „Gemeinde“ und „Pfarrei“

- Eine Pfarrei ist eine Verwaltungsgröße, eine Gemeinde ist die Bezeichnung für die Menschen und ihre seelsorgerischen Aktivitäten an einem Ort.
- Somit hat der Pastorale Raum Lünen ab Januar sieben Gemeinden in fünf Pfarreien.
- Anders als im Bistum Münster, wo der Bischof die Fusion benachbarter Gemeinden zur Großpfarrei angeordnet hat, entscheiden im Erzbistum Paderborn die Kirchenvorstände, ob und wann Fusionen durchgeführt werden.

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