So sehen die Planungen für eine Protected Bike Lane in Berlin aus. An der Cappenberger Straße sollen statt Pollern Baken zum Einsatz kommen. © SenUVK/Bloomimages
Sicherheit für Radfahrer

Politik in Lünen will „Protected Bike Lane“ nicht endgültig aufgeben

Der Vorschlag, an der Cappenberger Straße das Konzept einer „Protected Bike Lane“ zu testen, ist endgültig vom Tisch. Die Politik ist enttäuscht von der Verwaltung - und macht einen Vorschlag.

Auch im zweiten Versuch ist die Stadtverwaltung Lünen damit gescheitert, einen Feldversuch mit einer „Protected Bike Lane“ (PBL) an der Cappenberger Straße durchzuführen. Nach dem Ausschuss für Umwelt, Klima und Mobilität lehnte auch der Ausschuss für Sicherheit und Ordnung mehrheitlich die Vorlage ab, mit der die Verwaltung einen Teil des Radweges an der Cappenberger Straße unter anderem durch kurze Warnbaken abtrennen und so für mehr Sicherheit bei den Radfahrern sorgen wollte.

Bereits im Februar hatte die Verwaltung die PBL ins Spiel gebracht – und schon damals waren vor allem SPD und CDU gegen den Vorschlag, weil der ausgewählte Abschnitt für den Feldversuch zu unsicher sei und eine PBL die Situation nur noch verschärfen würde. Befürworter wie der ADFC oder auch die Grünen erklärten indes, dass gerade die Gefahr für Radfahrer die Cappenberger Straße zum idealen Testobjekt mache.

Die Verwaltung zog die Vorlage zunächst zurück und brachte sie nun noch einmal neu ein – wirklich geändert hatte sich inhaltlich nichts, vor allem am angepeilten Abschnitt auf der Cappenberger Straße wurde festgehalten.

„Gemeinsam auf den Stadtplan schauen“

Die Politik überzeugten die neuen Argumente nicht, final stimmte nun auch der Ausschuss für Sicherheit und Ordnung am Mittwoch (16. Juni) dagegen. „Wir sind enttäuscht, wie die Verwaltung mit dem Thema umgegangen ist“, sagte Rüdiger Billeb (SPD) in der Sitzung. Man sei nicht auf die Argumente aus der Politik eingegangen und habe keine alternativen Stellen im Stadtgebiet präsentiert. „Wir müssen Möglichkeiten finden, vielleicht in einem offenen Dialog, in dem wir nochmal gemeinsam auf den Stadtplan gucken“, schlug der SPD-Politiker vor.

Für die Grünen machte Volker Hendrix deutlich, dass man den Verwaltungsvorschlag nach wie vor unterstütze: „Schon alleine damit Autos nicht illegal den vorhandenen Radstreifen befahren oder darauf parken können.“ Auch die GFL hätte die Protected Bike Lane gerne auf der Cappenberger Straße gesehen. Andreas Dahlke kritisierte die Haltung von CDU und SPD, die sich zu streng an den Vorgaben für eine PBL orientiert hätten: „Wenn wir auf den Bestand in Lünen schauen, werden wir nirgendwo exakt die Normen und Richtlinien einhalten können.“

Ein Hinweis, den der Technische Beigeordnete Arnold Reeker aufnahm: „Es wäre ein Versuch im Bestand gewesen, da können wir nie von einer hundertprozentigen Lösung sprechen.“ Seiner Meinung nach hätte sich das Ausprobieren dieses Instruments gelohnt. „Schließlich haben wir immer wieder Situationen, wo es schwierig ist und wir nicht alle zu 100 Prozent zufrieden stellen können.“ Ein Beispiel dafür sei der Schutzstreifen für Radfahrer auf der Münsterstraße.

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Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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