Ein volles Foyer in der Cineworld - das wünscht sich nicht nur der City-Ring Lünen. Die Chance, dass das Kinofest 2021 in seiner gewohnten Form stattfindet, ist zumindest nicht unbegründet. © Blaszczyk (A)
Kinofest

Pro Lünen freut sich über Appell der Kaufleute und nennt Bedingungen

Bitte kein kleines Kino Film Fest, sondern ein Kinofest wie immer: Das war der Wunsch des City-Rings Lünen, verbunden mit einem Appell an die Beteiligten. Nun reagiert Pro Lünen.

Das Kinofest in Lünen feierte im vergangenen Jahr seinen 30. Geburtstag – erneut mit vielen Stars, viel Publikum und exakt jenem Glamour, um den sich der City-Ring Lünen Sorgen macht: Die Kaufmannschaft befürchtet, dass Lünen mit dem Kinofest einen seiner größten Leuchttürme verlieren könnte und appellierte deshalb an alle Beteiligten, sich zusammenzuraufen und das „klassische“ Kinofest 2021 zu retten.

Hintergrund: Nach der Absage des Kinofestes 2020 durch Pro Lünen wollte Betreiber Mike Wiedemann mit dem „Kino Film Fest“ ein neues Festival auf die Beine stellen. Daraufhin entschied sich Pro Lünen, komplett aus der Organisation auszusteigen – was auch bedeutet, dass die erhebliche finanzielle Unterstützung durch den Verein wegfällt. Mike Wiedemann musste am Ende doch der Corona-Pandemie Tribut zolle und sagte das neue Festival ab. Nun soll es 2021 ein Kino Film Fest geben – aber eben kein Kinofest wie in den vergangenen Jahren, was wiederum den City-Ring auf den Plan rief. Der befürchtet neben fehlendem Glamour auch fehlende Frequenz in der Innenstadt und hofft deshalb, dass sich Pro Lünen noch umstimmen lässt.

Verein knüpft Engagement an Bedingungen

Ganz unbegründet ist die Hoffnung nicht. Wie der Vereinsvorstand auf Anfrage unserer Redaktion mitteilt, freue man sich über den Appell der Kaufleute. Dieser zeige „die große Wertschätzung für unseren langjährigen und erfolgreichen Einsatz für das Kinofest“. Der Verein habe das damalige Fest vor 18 Jahren als Scherbenhaufen übernommen und zu dem entwickelt, was es heute ist: „Mit viel Hingabe und Engagement standen bis heute auf dem Weg zahlreiche Unterstützer für diese Entwicklung hinter diesem großartigen Kinofest – dafür können wir uns nicht oft genug bedanken!“

Da das Lüner Fest auch einen Platz als hoch anerkanntes Kinofest in der deutschen Festival-Landschaft habe, sei es selbstverständlich, dass man in Zukunft auch alles dafür tun wolle, dieses „einzigartige kulturelle Highlight zu erhalten“. Ob das allerdings zukünftig noch mit Mike Wiedemann möglich ist, steht in den Sternen. Auch wenn Pro Lünen den Namen des bisherigen Kinofest-Betreibers in seiner Stellungnahme nicht explizit erwähnt und auch in der Vergangenheit stets einen Streit hinter den Kulissen dementiert hat, sind die Differenzen offensichtlich.

Denn wie der Vorstand weiter erklärt, setze ein Engagement voraus, „dass es keine weiteren unredlichen Übernahmeversuche oder voreilige unüberlegte Aussagen vor allem vor dem Hintergrund der aktuellen Pandemielage gibt“. Dass Mike Wiedemann trotz der Pandemie ein eigenes Festival organisierte, kam beim Verein nicht gut an: „Ein Projekt wie unser Kinofest kann nur auf besonderem Vertrauen und verlässlicher Offenheit erfolgreich durchgeführt werden und in der Stadtgesellschaft verankert sein.“ Dies setze voraus, dass alle gemeinschaftlich an einem Strang ziehen.

Antworten im Januar 2021

Die Frage, ob eine Zusammenarbeit mit Mike Wiedemann weiter denkbar sei, beantwortet Pro Lünen nicht – noch nicht. Der Vorstand erklärt, dass man sich mit dieser Frage sowie mit dem Appell des City-Rings im Januar 2021 beschäftigen wolle. Auf das Ergebnis werden nicht nur die Kaufleute gespannt sein – auch Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns beobachtet die Entwicklung genau, wie er auf Anfrage erklärt: „Ich habe die große Hoffnung, dass das Kinofest im Jahr 2021 in dem gewohnten, erfolgreichen Format wieder stattfinden kann. Das wäre genau das, was Lünen gut gebrauchen könnte nach einer dermaßen aufreibenden Zeit, wie wir sie alle gerade erleben“, so das Stadtoberhaupt. Das Kinofest habe eine große Strahlkraft, sowohl in die Stadtgesellschaft hinein als auch über die Stadtgrenzen hinaus. „Ich wünsche es unserer Stadt sehr, dass wir dieses Fest bald wieder feiern können.“

Über den Autor
Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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