Probleme mit dem Rohbau und mit Corona: Verzögerung bei drei Kitas in Lünen

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Zum zweiten Mal in Folge gab es im Betriebsausschuss für die Zentrale Gebäudebewirtschaftung Lünen (ZGL) schlechte Nachrichten: Die Fertigstellung von gleich drei Kitas verzögert sich erneut.

Lünen

, 08.09.2020, 06:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bereits im Juni gab es eine Hiobsbotschaft für viele Eltern und Kinder: Sowohl der Neubau der Kita „Kleiner Kreisel“ an der Rudolph-Nagell-Straße als auch der Kita „Kinderhaus“ an den Hummelknäppen werden später fertig als geplant. Immerhin sollten beide Einrichtungen im Dezember 2020 bezogen werden können. Doch auch das wird nicht klappen.

Wie die Stadtwerke-Tochter SL Grundbesitz (SLG) im Betriebsausschuss am 1. September mitteilen ließ, sind die beiden Kitas nun frühestens Ende Januar 2021 bezugsfertig. Beim „Kleinen Kreisel“ war die Entwicklung bereits im Juni abzusehen - SLG hatte eine 400 Seiten dicke Liste mit Mängeln vorgelegt und der Rohbaufirma gekündigt.

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„Nun sind die Arbeiten mit einem neuen Dienstleister wieder in Gang“, hieß es im Ausschuss. Allerdings sorgten die Corona-Bedingungen bei Gewerken der technischen Gebäudeausrüstung für Verzögerungen: „Während sonst zur Installation auch in einzelnen Räumen mehrere Gewerke parallel arbeiten, ist dies so unter Corona-Reglement nicht zu realisieren.“

Bürgermeister: Aus der Situation für die Zukunft lernen

An der Kita „Kinderhaus“ ist die Situation ähnlich: „Nach wie vor gestaltet sich die Arbeit mit der beauftragten Rohbaufirma schwierig“, berichtet die SLG. Eine Kündigung ist hier jedoch offenbar noch nicht ausgesprochen. Dafür müssen auch hier die Gewerke für die technische Gebäudeausrüstung nacheinander und nicht gleichzeitig arbeiten, weshalb sich die Ausführungszeiten „wesentlich verlängern“.

Ein Faktor, der auch bei der neuen Kita an der Dammwiese in Lünen-Süd zum Tragen kommen dürfte. Allerdings hat die SLG diese möglichen Verzögerungen nach eigenen Angaben bei der Planung noch nicht berücksichtigt. Planmäßig wird diese Kita ohnehin nicht fertig - eigentlich sollte die Einrichtung bereits im August 2020 den Betrieb aufnehmen. Stattdessen wird es nun Mai 2021.

Für die Eltern und Kinder geht das Warten also weiter. Die Stadt kann allerdings nicht solange warten, sondern muss den Bedarf anderweitig abdecken. „Das geschieht derzeit beispielsweise durch Aufstockung von Kitas in Containern und mithilfe der Tagespflege“, erklärt Stadtsprecher Benedikt Spangardt. Beides koste Geld und sei darüber hinaus häufig nicht das, was die Eltern wollten.

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So oder so hat die Stadt selbst durch die Verzögerung - auch wenn sie laut Spangardt dafür nicht besonders erheblich ist - entsprechende Mehrkosten zu tragen. Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns sagt: dazu: „Es führt kein Weg daran vorbei, dass wir aus der Situation, wie sie jetzt ist, lernen und in Zukunft nach neuen Wegen suchen. Denn die Aufgabe bleibt: Wir müssen weiter Kitaplätze schaffen, um den Betreuungsbedarf in Lünen zu decken.“

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