Profi aus Lünen gibt Hobbygärtnern Tipps bei Dürre: Diese 10 Dinge sollten Sie beachten

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Überall fehlt seit langem Wasser. Eine Expertin erklärt worauf Hobbygärtner während der Dürre in ihren Gärten achten sollten und welchen Pflanzen die Hitze nichts ausmacht.

Lünen

, 18.07.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Wasservorräte im Boden sind seit vergangenem Jahr noch längst nicht wieder aufgefüllt und auch im aktuellen Jahr fehlt Regen. Neben Landwirten warten auch Hobbygärtner auf ausreichende Niederschlagsmengen. Viele Blumen verkümmern und vertrocknen daher zur Zeit. Auch wenn ab und zu ein wenig Regen fällt, kommt das Wasser nicht bis zu den Wurzeln.

Marion Fels (37) ist Leiterin des Pflanzenmarktes bei Giesebrecht Garten und Pflanzen. Sie erklärt worauf bei anhaltender Dürre zu achten ist und was im Vorhinein bereits unternommen werden kann, um die Pflanzen im Garten und auf dem Balkon vor Trockenheit zu schützen:

  • Keine Schottergärten anlegen! Gärten, die aus Steinen und Schotter bestehen, können kein Wasser speichern. „Im Gegenteil sogar, die Steine heizen sich auf und sorgen dafür, dass noch mehr Wasser verdunstet“, erklärt die 37-Jährige. Auch stehen Steingärten dem Erhalt der Bienen im Wege.
  • Rechtzeitig gießen! Bei Neuanlagen sollte nicht nur kurz danach ordentlich gegossen werden, sondern auch weiterhin, damit alles richtig anwachsen kann. So müssen die Pflanzen nicht an ihre Reserven gehen.
  • Hitzetolerante Pflanzen wählen! Diese sind auch für ein Stadt- und Industrieklima geeignet. „In Städten müssen Bäume, Sträucher und Blumen mit der aufgeheizten Umgebung durch den vielen Asphalt und mit wenig Luftbewegung klarkommen“, sagt Marion Fels. Generell gilt: vor einem Hitzejahr sollte gut gewässert werden, denn sonst wachsen die Pflanzen nicht genügend an.Geeignet sind unter Anderem:Berberitze, Ölweide, Kastanie, Tupelobaum, Prachtspiere, Wilde Erdbeere, die Grasart Segge und Lavendel (wenn gut angewachsen). Auch Rosen vertragen Sonne gut.
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    Lavendel kann Trockenheit gut ab, denn auch in seiner Heimat im Mittelmeerraum sind hohe Temperaturen keine Seltenheit. © Schulz-Gahmen

  • Ungeeignet sind hingegen:„Hortensien, denn sie haben viel Durst“, sagt Marion Fels.
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    Hortensien benötigen viel Wasser und müssen in den heißen Sommermonaten stark gewässert werden. © Schulz-Gahmen

    Rispenhortensien hingegen sind da schon etwas widerstandfähiger.
  • Sommerblumen, die nicht mehrjährig sind, bekrabbeln sich nicht mehr.
  • Auf Saatzeitpunkt achten! Auch der Saatzeitpunkt ist entscheidend, geeignete Zeiten sind im Herbst von Oktober bis November und im Frühling von März bis April.
  • Für Schatten sorgen! Bei Hortensien sind Sonnenschirme durchaus sinnvoll, wenn sie in der Sonne stehen.

Profi aus Lünen gibt Hobbygärtnern Tipps bei Dürre: Diese 10 Dinge sollten Sie beachten

Rispenhortensien benötigen immer noch eher viel Wasser, allerdings deutlich weniger als die geläufigere Bauernhortensie. © Schulz-Gahmen

  • Besser morgens wässern! Im Volksmund wird gesagt, entweder morgens oder abends wässern, allerdings sagt Marion Fels dazu: „Besser ist es morgens zu gießen, denn wer abends wässert, der sollte mit Schnecken rechnen.“ Grund dafür ist: Wenn abends gewässert wird, bleibt der Boden über Nacht länger feucht und das lieben Schnecken. Aber generell sollte auf keinen Fall gegossen werden, wenn die Sonne scheint.
  • Einmal richtig gießen! Viele Hobbygärtner möchten ihren Pflanzen etwas Gutes im Sommer tun und gießen jeden Tag ein bisschen. Das ist nicht effektiv. Besser sei es einmal richtig viel zu gießen und dann erst zwei bis drei Tage später wieder. So käme das Wasser bis zu den Wurzeln. Alternativ zum Schlauch könnten Balkonpflanzen auch getaucht werden.
  • Wasserspeicherndes Substrat nutzen! Substrat dient dazu Pflanzen Nährstoffe verfügbar zu machen. Das geschieht über das Wasser. Sinnvoll ist es ein Substrat zu benutzen, das weniger aus Sand besteht und dafür mehr aus Ton und Lehm.
  • Rasen nicht zu kurz mähen! Wer seinen Rasen zu kurz schneidet, der nimmt in Kauf, dass dieser verbrennt. Besser: höheres Gras spendet sich selbst Schatten. Außerdem gibt es unterschiedliche Gräsermischungen. Welche sich gut auf trockenen Standorten hält, kann bei einem Fachmann erfragt werden.
  • Von unten gießen! Wer den Schlauch oder die Gießkanne einfach draufhält ohne darauf zu achten wo er hin wässert, der wird sich schon bald darauf über verbrannte Pflanzen ärgern. Besser: Blumen tränken oder von unten gießen. So kommt das Wasser dort an, wo es hin soll.
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