Prozess: Warum ein 40-jähriger Lüner in seiner Wohnung Rauschgift lagert

Amtsgericht

Dumm gelaufen für einen 40-jährigen Lüner. Eigentlich war die Polizeistreife wegen Ruhestörung gerufen worden, doch Cannabisgeruch führte sie zu einem anderen Tatort - zu seiner Wohnung.

von Heinrich Höckmann

Lünen

, 31.10.2019, 09:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Prozess: Warum ein 40-jähriger Lüner in seiner Wohnung Rauschgift lagert

Ein Lüner musste sich wegen Rauschgiftbesitzes vor dem Amtsgericht verantworten. © Foto Goldstein

Der Lüner ließ die Beamten bereitwillig eintreten und händigte ihnen ohne Umschweife zwei Dosen mit Marihuana und Haschisch aus. Am Mittwoch (30.10.) musste er sich für den Besitz von Rauschgift vor dem Amtsgericht verantworten.

Auch vor Gericht räumte er die Tat ein. Seine unerträglichen Schmerzen seien der Grund für den Rauschgift-Konsum, sagte der Mann. Nach einer Operation an der Wirbelsäule hätten keine Schmerzmittel geholfen. Er hätte keinen Schlaf mehr gefunden. Das Rauschgift mache die Schmerzen erträglicher.

Die Sache war schon im Februar dieses Jahres verhandelt worden, jedoch vertagt worden, um ein medizinisches Gutachten einzuholen. Der Gutachter bestätigte zwar, dass die Einnahme von Cannabis Schmerzen lindern könne, der Angeklagte aber nicht alle schulmedizinischen Mittel genutzt hätte und riet zu einer Schmerztherapie. Dazu hatte sich der Angeklagte bisher nicht durchringen können. Er räumte ein, auch weiter Cannabis konsumiert zu haben. Den Stoff aber, nun in nur kleinen Mengen, wegen seiner Kinder, im Keller zu lagern. Für den Staatsanwalt eine Steilvorlage. Er wertete das als Ankündigung einer Straftat und forderte in seinem Plädoyer eine sechsmonatige Bewährungsstrafe. Der Verteidiger des Angeklagten lobte die Ehrlichkeit des Angeklagten. Am Ende entschied das Schöffengericht auf eine Geldstrafe von 3600 Euro.

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