Einige Lünerinnen und Lüner benötigen Rat zu ihrer bevorstehenden Reise. © picture alliance / dpa
Urlaubsreisen

Quarantäne droht: Viel Beratungsbedarf in Lüner Reisebüros

Weil für Reisen in Urlaubsländer wie Spanien und die Niederlande neue Regelungen gelten, haben die Reisebüros zurzeit einiges zu tun. Für manche Lünerinnen und Lüner kann es teuer werden.

Zehn Tage in Quarantäne. Die drohen auch allen Lünerinnen und Lünern, wenn sie aus Corona-Hochinzidenzgebieten wie den Niederlanden oder Spanien zurückkehren. In den Lüner Reisebüros gibt es deswegen seit einigen Tagen viel Gesprächsbedarf.

„Wir haben viele Nachfragen“, bestätigt Reiseberaterin Silvia Schlüsener vom Reisebüro Rudolf Mohr. Manche Kundinnen und Kunden würden sich über Reisebedingungen und die aktuellen Regeln informieren.

Seit dem 27. Juli gelten Spanien und die Niederlande als Hochinzidenzgebiet. Wer von dort aus dem Urlaub zurückkehrt, muss mindestens fünf Tage in Quarantäne. Danach können sich die Reisenden „freitesten“. „Einige finden das okay, andere nicht“, sagt Schlüsener.

Einen Tag vor Abflug informiert

„Denjenigen, die geimpft sind ist das meistens egal, denn sie müssen ja nicht in Quarantäne“, so die Reiseberaterin. Auch Genesene sind von einer Quarantäne befreit.

Kundinnen und Kunden, die unter diesen Umständen nicht verreisen wollen, können Glück haben: „Es gibt Veranstalter, bei denen kann man kostenlos von der Reise zurücktreten. Einer unserer Kunden hat erst einen Tag vor dem Flug eine entsprechende E-Mail seines Reiseveranstalters bekommen. Der ist dann aber trotzdem geflogen“, berichtet Schlüsener.

Manche Reisende würden ihren Urlaub allerdings auch um Monate oder gleich ein ganzes Jahr verschieben. Andere wiederum sehen sich nach einem anderen Land um, in dem die Inzidenzen niedriger sind, sagt Silvia Schlüsener. Dazu gehöre beispielsweise Italien. „Konkrete Empfehlungen sprechen wir aber nicht aus, denn es kann sich alles schnell wieder ändern“, verrät die Reiseexpertin.

Internetbucher ohne Betreuung

Im Urlaub selbst wurden die Betroffenen von den Reiseleitungen über die neuen Regelungen informiert, weiß Schlüsener. Meist habe es die Möglichkeit gegeben, die Rückflüge umzubuchen, sodass auch eine Rückkehr vor dem 27. Juli möglich war. So wäre eine Quarantäne nicht notwendig gewesen.

Thomas Milcarek führte in seinem Tui-Reisebüro zuletzt einige Telefonate mit Menschen, die überhaupt nicht zu seiner Kundschaft gehören: „Wir haben sehr viele Anrufe von Leuten, die im Internet buchten und nun keine Betreuung haben.“ Er könne allerdings nur denen helfen, die auch bei ihm eine Reise gebucht hätten. Daher rät er allen Lünerinnen und Lünern zur Buchung von Pauschalreisen bei Reiseveranstaltern, da dort immer ein zuständiger Ansprechpartner zur Verfügung stünde.

Lünerinnen und Lüner, die keinen kulanten Reiseveranstalter hatten und ihre Reise absagen mussten, schauen in die Röhre: Je nachdem, was in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Anbieter festgelegt ist, sind 80 bis 95 Prozent des Reisepreises weg.

Über den Autor
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1989 im Ruhrgebiet geboren, dort aufgewachsen und immer wieder dahin zurückgekehrt. Studierte TV- und Radiojournalismus und ist seit 2019 in den Redaktionen von Lensing Media unterwegs.
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Dennis Görlich

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