Die Cappenberger Straße. Zwar fallen keine dicken Schneeflocken. Dafür weht beständig ein feiner, weißer Niederschlag vom Himmel hinab. Bei dem ungemütlichen Wetter sind nur wenige draußen unterwegs. © Vom Hofe
Wirtschaftsbetriebe Lünen

Räumdienst im Dauereinsatz: Schnee und Eis auch in der nächsten Woche

Mit Schnee und Eis zeigt der Winter Lünen seine kalte Schulter. 21 Zentimeter sind bis Sonntagfrüh (8.2.) gefallen. Frostig wird es bleiben. Der Winterdienst stellt sich auf Dauereinsatz ein.

Zwei Stunden Schlaf. Mehr waren für Thomas Möller, Leiter des Winterdienstes der Wirtschaftsbetriebe Lünen (WBL), in der Nacht zu Sonntag nicht drin. Um 10.37 Uhr meldet er: Die Straßen sind größtenteils geräumt. Erstmals seit zehn Jahren waren wieder Großfahrzeuge mit Räumschilden unterwegs. „Anders ist das gar nicht zu schaffen“, sagt Möller. Denn bis Sonntagmorgen waren 21 Zentimeter Schnee gefallen. Der hatte um Mitternacht eingesetzt und fiel unaufhörlich weiter.

40 Mitarbeiter mit 14 Fahrzeugen, darunter drei Schneepflüge, kümmerten sich zunächst um die Hauptstraßen. Zu der so genannten Priorität 1 gehören 180 Straßen, die wichtigsten für den Verkehr. In die kleineren kommen die großen Räumfahrzeuge nur schwer, vor allem, wenn dort noch Autos parken. Die anderen Nebenstrecken der Priorität 2 und 3 sollen in den nächsten Tagen folgen.

55 Tonnen Sole-Salz-Gemisch

Erschwert wurde die Arbeit durch den böigen Wind, der den Schnee immer wieder auf die Fahrbahnen weht. Der Winterdienst setzte ein Sole-Salz-Gemisch ein. Die Sole beschleunige den Prozess. „Alle sechs oder acht Stunden müssen wir nachfahren“, erklärt Möller. Es sei ein ständiges Agieren zwischen Räumen, Auftauen und Zufrieren. Bis Montagmorgen, so Möller, werden in Lünen 55 Tonnen des Salz-Sole-Gemischs auf die Straßen gebracht worden sein.

Sonst ein Verkehrsknotenpunk., am Sonntagvormittag im Schneesturm verwaist: die Kreuzung Kurt-Schumacher-Straße/Cappenberger Straße mitten in Lünen.
Sonst ein Verkehrsknotenpunk., am Sonntagvormittag im Schneesturm verwaist: die Kreuzung Kurt-Schumacher-Straße/Cappenberger Straße mitten in Lünen. © vom Hofe © vom Hofe

Für Montag mobilisiert Möller in der Spitze 80 Kräfte. Auch die aus dem Grünbereich müssen dann räumen. Nur in der Abfallsammlung werden noch WBL-Mitarbeiter tätig sein. Bis Montagmorgen müssen nicht nur die Straßen geräumt sein, sondern auch Wege und öffentliche Plätze begehbar sein. Möller spricht von einer anstrengenden Arbeit, vor allem bei Schneefall mit den Räumfahrzeugen zu fahren. Aber man sei vorbereitet. Es gebe auch genug Streumittel.

Minustemperaturen auch nächste Woche

Die Situation sei allerdings schon außergewöhnlich. Und das wird sie auch bleiben. Minustemperaturen von 6 bis 9 Grad sorgen für eisige Luft, dazu kommt der böige Wind und weiterer Schneefall. Bis Samstag (13.2.) rechnet Möller mit Herausforderungen für den Räumdienst. „Die Auftauprozesse nachts neu zu bearbeiten, wird die Aufgabe für die kommende Woche sein“, sagt er.

Für Lünen sei die Situation schon außergewöhnlich. Zuletzt vor zehn Jahren seien die Räumschilde im Einsatz gewesen. Damals habe es ähnlich viel Schnee gegeben wie zurzeit. Noch mehr jedoch sei 1978 gefallen.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Lünen ist eine Stadt mit unterschiedlichen Facetten. Nah dran zu sein an den lokalen Themen, ist eine spannende Aufgabe. Obwohl ich schon lange in Lünen arbeite, gibt es immer noch viel zu entdecken.
Zur Autorenseite
Magdalene Quiring-Lategahn

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.