Peter Horn (l.) und einer seiner Nachbarn beim gemeinsamen Schneeschippen auf der Gottfriedstraße. © Sylvia vom Hofe
Wintereinbruch

Räumpflicht in Lünen: Verstöße können teuer werden auch ohne Knöllchen

Zwischen 7 Und 20 Uhr besteht Räumpflicht: Hausbesitzer und Mieter, die das in ihrem Mietvertrag stehen haben, müssen früh raus. Am Sonntag hatte das noch nicht überall geklappt.

Überraschend war es nicht, dass am Sonntagmorgen (7. 2.) alles weiß war. Peter Horn und seine Nachbarn von der Eigentümergemeinschaft Gottfriedstraße waren darauf vorbereitet. Schon seit 7.30 Uhr schoben sie ihre Schneeschieber über die Gehwege vor ihren Haustüren. Andere lagen zu diesem Zeitpunkt noch im Tiefschlaf: ein Versäumnis, das einem teuer zu stehen kommen kann – auch wenn es nicht die Stadt ist, die zur Kasse bittet.

In vier Bundesländern werden Schnee-Versäumnisse nicht geahndet

In Baden-Württemberg drohen bis zu 500 Euro für nicht geräumten Schnee; in Brandenburg sogar bis zu 2500 Euro. Richtig happig wird es in Hamburg mit bis zu 50.000 Euro. Nordrhein-Westfalen gehört indes zu den vier Ländern, in denen dieses Versäumnis nicht geahndet wird – neben Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Allerdings können auch hier die Summen, die im Fall der Fälle gezahlt werden müssen, deutlich über den Bußgeldern liegen.

Wer seine Räum- und Streupflicht verletzt, haftet, wenn ein Passant stürzt. Wie die Stiftung Warentest mitteilt, seien dann Behandlungskosten und Schmer­­zensgeld zu zahlen: „Hat der Hausbesitzer eine Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung, übernimmt die den Schaden.“ Diese Räumpflicht besteht zwischen 7 und 20 Uhr.

Streuen nicht mit Salz, sondern mit Sand

Peter Horn und seine Nachbarn räumen, damit es erst gar nicht so weit kommt. „Hier auf der Straße sind viele ältere Menschen unterwegs“, sagt Horn. Ein Sturz habe dann oft schlimme Folgen. Er und die anderen schieben erst den Schnee weg und streuen anschließend Sand. Ein sogenanntes Stumpfes Mittel gegen das Ausrutschen. Wohl dem, der sich das rechtzeitig besorgt hat. Denn am Samstag in den Supermärkten war nur Salz erhältlich. Und das ist für Privatleute in Lünen ausdrücklich verboten.

Die freie Gasse zumindest auf der einen Seite der Gottfried-Straße hat nicht lange Bestand. Schneeräumen ist ein Lauf gegen die Zeit. Denn es schneit dauernd weiter. Der Tipp von Stiftung Warentest: „Der Schnee ist unver­züglich nach Beendigung des Schnee­falls, bei anhaltendem Schnee­fall mehr­mals in angemessenen Zeit­abständen zu räumen.“

Notfalls Ersatzleute engagieren

Niemand verlange aber, dass Mieter und Hauseigentümer den ganzen Sonntag über mit der Schaufel parat stünden, sagt Thomas Möller, der für den Winterdienst der Wirtschaftsbetriebe Lünen zuständig ist. Das sei nicht zu leisten _ genauso wenig, wie es sein Team alles schaffe, was wünschenswert sei.

Fest steht aber: Am Montagmorgen, wenn die Arbeitswoche beginnt, ist es wichtig, dass alle rechtzeitig ihrer Räumpflicht nachgekommen sein werden, wie Möller sagt. Wer das selbst nicht schafft wie die Mitglieder der Eigentümergesellschaft Gottfriedstraße, muss Ersatzleute engagieren.

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Leiterin des Medienhauses Lünen
Leiterin des Medienhauses Lünen Wer die Welt begreifen will, muss vor der Haustür anfangen. Darum liebe ich Lokaljournalismus. Ich freue mich jeden Tag über neue Geschichten, neue Begegnungen, neue Debatten – und neue Aha-Effekte für Sie und für mich. Und ich freue mich über Themenvorschläge für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen.
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Sylvia vom Hofe

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