Randale im Tobiaspark in Lünen: Besser, aber noch nicht gut

mlzKrawall in der Innenstadt

Seit ein von der Stadt Lünen eingesetzter Sicherheitsdienst den Tobiaspark kontrolliert, habe sich die Situation dort etwas verbessert, sagen Anwohner. Gelöst ist das Problem aber noch nicht.

von Julian Beimdiecke

Lünen

, 06.08.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dankesagen - das möchte eine Anwohnerin des Tobiasparks den Mitarbeitern des privaten Sicherheitsdienstes, die dort seit etwa vier Wochen abends und nachts im Einsatz sind. „Das ist mit Sicherheit kein einfacher Job, die müssen sich bestimmt einiges anhören“, so die Anwohnerin, die anonym bleiben möchte.

Es ist dieselbe Anwohnerin, die sich Anfang Juli bei uns in der Redaktion gemeldet hatte und auf Jugendliche im Park aufmerksam machte, die regelmäßig in den Abendstunden randalierten. Um die Situation in den Griff zu bekommen, hatte die Stadt daraufhin angekündigt, den privaten Sicherheitsdienst zu engagieren, der den Tobiaspark punktuell abends und nachts anfahren soll (wir berichteten).

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Mit dem Einsatz des Sicherheitsdienstes habe sich die Situation nun etwas verbessert, so die Anwohnerin - ähnliches berichtet die Stadt. „Der von uns beauftragte Sicherheitsdienst meldet uns keine besonderen Auffälligkeiten zurück“, so Stadtsprecher Alexander Dziedeck. Beim Beschwerdemanagement der Stadt Lünen sei, seitdem der Sicherheitsdienst im Einsatz ist, keine weitere Beschwerde zum Tobiaspark eingegangen. „Bislang – so wird es uns zurückgemeldet – haben die Gruppen, die vom Sicherheitsdienst zum Beispiel aufgrund erhöhter Lautstärke angesprochen wurden, den Tobiaspark nach den Gesprächen verlassen.“

Weitere Probleme

„Man merkt schon, dass das etwas bringt, wenn die Sicherheitsleute kommen“, so auch unsere Leserin. Wirklich zufriedenstellend sei die Situation aktuell aber noch nicht. „Laut ist es trotzdem noch jeden Tag, eben auch spätabends und nachts. Die Jugendlichen kommen halt wieder, wenn der Sicherheitsdienst weg ist.“

Daher beobachtet die Stadt die Situation am Tobiaspark weiter. „Obwohl es keine weiteren Beschwerden mehr gegeben hat, wird der Bürgermeister mit den beteiligten Fachabteilungen die Hinweise aus der Bürgerschaft erörtern, die ihn in jüngster Zeit erreicht haben“, sagt Dziedeck. Weitere Maßnahmen würden innerhalb der Verwaltung geprüft, ebenfalls stehe man im Austausch mit der Polizei.

Aufenthalt erlaubt - mit Rücksichtnahme

Zuletzt beklagten sich Anwohner der Innenstadt vermehrt über Krawall vor ihrer Haustür - nicht nur im Tobiaspark, auch am Lippezentrum und im Lippepark. Wie sieht eigentlich die rechtliche Grundlage zum nächtlichen Aufenthalt in der Innenstadt aus? Dazu Dziedeck: „Bürgerinnen und Bürger dürfen sich selbstverständlich jederzeit im öffentlichen Raum aufhalten. Dies gilt insbesondere für die dem allgemeinen Aufenthalt und der Erholung gewidmeten Grünanlagen der Stadt.“ Aber: „Damit die Parkanlage diese Funktion erfüllen kann, bedarf es gegenseitiger Rücksichtnahme. Keiner sollte sich so verhalten, dass andere gestört werden.“

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