Ratten werden in Lünen zum Problem

LÜNEN Das Kanalsystem ist die „Autobahn der Ratten“. In dunklen Ecken hausen sie. Schätzungsweise viermal mehr als es Einwohner in Lünen gibt. Was tun?

von Von Magdalene Quiring-Lategahn

, 18.06.2008, 19:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Speisereste und marode Kanäle schaffen ein Paradies für Ratten.

Speisereste und marode Kanäle schaffen ein Paradies für Ratten.

Die Zahl der Plagegeister wächst. Es häufen sich die Meldungen über Rattenbefall, schilderte Claus Externbrink, Vorstand des Stadtbetriebes Abwasserbeseitigung Lünen (SAL), gestern dem Verwaltungsrat. Allein in den letzten neun Monaten sei SAL 40 mal über unliebsame Nager informiert worden.

Kanalisation wird Rattenparadies

Und das sei nur ein Teil der Fälle. „Die Rattenproblematik ist größer geworden“, lautet sein Fazit. Die Ursache dafür sieht er in dem für Ungeziefer reich gedeckten Tisch der Wegwerfgesellschaft. Weil viele Menschen Essensreste in die Toilette werfen, ist die Kanalisation für Ratten ein Paradies.

Auch achtlos entsorgte Lebensmittel in Parks locken die unliebsamen Viecher an. Die bedienen sich bei ihrer Nahrungssuche oftmals auch an nicht fest verschlossenen Müll- und Biotonnen oder Komposthaufen. Letztere wie auch das Kanalsystem sind ideale Nistplätze. Durch marode Kanäle kommen die Ratten leicht wieder in die Nähe der Menschen. „Wir versuchen, die Anlagen abzudichten und appellieren auch an private Hausbesitzer“, so Externbrink.

Informationen für die Bürger

Um den Bürgern ganz konkrete Informationen an die Hand zu geben, hat SAL eine Informationsbroschüre neu aufgelegt. Darin gibt es nützliche Tipps, wie der Ratten Herr zu werden ist. Es geht auch um Risiken und Schutzmaßnahmen. Denn die Biester sind eine unterschätzte Gesundheitsgefahr, sie können sehr schwere Krankheiten verbreiten.

Und sie sind meldepflichtig. Werden Ratten gesichtet, müssen sie umgehend bekämpft werden. Ansprechpartner ist die Stadt Lünen unter Tel (02306) 104-1728. Sie ordert einen Schädlingbekämpfer. Und das erfolgreich.

Theo Mengelkamp berichtete in der Sitzung davon, dass ein Anruf genügte. Schon kam ein Experte mit Hund, der auf Rattenlöcher trainiert war. Seine Spürnase machte die Viecher ausfindig, „es hat geholfen.“

Vorbeugen hilft auch, lautet ein Tipp der Broschüre. Daher Gelbe Säcke erst am Tag des Abholens vor die Tür stellen. Speisereste sind tabu. Tüten sind für die intelligenten Tiere kein Hindernis, Ständer machen Säcke rattensicher. Auch Tierfutter sollte nur in fest verschlossenen Behältern aufbewahrt werden. Sogar Vogelfutter lockt Ratten an.

Rattenbefall erkennen

Zu erkennen ist ein Befall an Kot- oder Laufspuren. Der Fußabdruck einer Ratte zeigt am Vorderfuß vier und am Hinterfuß fünf Zehen. Bauten und Löcher weisen auf Ungeziefer hin, auch Nagespuren und ständig belaufene Rattenwege. Die unliebsamen Gesellen sind zudem am Geruch zu erkennen: Er ist sehr streng, etwas moschusartig und an Kot- sowie Urinplätzen beißend. In jedem Fall ist dies ein Fall für den professionellen Schädlingsbekämpfer.

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