Amtsgericht Lünen

Rechtsanwältin nicht bezahlt: Lüner bekommt eine neue Chance

Vor dem Lüner Amtsgericht musste sich jetzt ein Lüner verantworten. Er hatte eine Anwältin für eine Familiensache beauftragt, sie dann aber nicht bezahlt. Jetzt soll er das nachholen.
Vor dem Lüner Amtsgericht musste sich ein Lüner wegen versuchten Fahrraddiebstahls verantworten. © Günther Goldstein (Archiv)

Ende 2017 beauftragte ein Lüner eine Rechtsanwältin mit einer Familiensache. Als es um das Bezahlen ihrer Rechnung ging, musste der 54-Jährige allerdings passen. Im Betrugsprozess vor dem Amtsgericht äußerte er sich nun zu den Hintergründen.

Der Lüner stellte sich tot

Familiäre Angelegenheiten, die ihm am Herzen lagen, sorgten im Dezember 2017 dafür, dass er die Anwältin mandatierte. Sie sollte alles für ihn regeln – und tat das auch. Anschließend stellte sie ihm rund 2000 Euro in Rechnung. Doch der Lüner stellte sich tot. Selbst ein Mahnbescheid konnte ihn nicht zu einer Reaktion veranlassen. Vielmehr hatte er bereits im Juli 2017 die Eidesstattliche Versicherung abgegeben. Der Kanzlei blieb nichts anderes übrig, als Anzeige zu erstatten.

Durchaus schuldbewusst erschien der 54-Jährige nun zu seiner Verhandlung. Offen räumte er sein strafbares Versäumnis ein und erklärte, dass er erst davon ausgegangen sei, den Betrag in Raten abstottern zu können. Doch auch das sei ihm dann nicht möglich gewesen.

Er habe sich in einer schlimmen Lage befunden, sei letztlich sogar obdachlos geworden. Nun gehe es aber wieder bergauf. Er habe eine Wohnung und einen Job. In 200-Euro-Raten könne er das Ganze nun abzahlen. Das Gericht nahm ihn beim Wort: Das Verfahren wurde eingestellt und ihm aufgegeben, eben diese Raten zu zahlen.

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