Richard Clayderman begeisterte sein Publikum

LÜNEN Gefühlvolle Piano-Klänge in der Stadtkirche St. Georg. Der französische Starpianist Richard Clayderman sorgte am Donnerstag für ein hochkarätiges Konzerterlebnis in besonderem Ambiente. Rund 470 Besucher feierten die vollendete Tastenkunst Claydermans.

von Von Volker Beuckelmann

, 25.01.2008, 16:16 Uhr / Lesedauer: 1 min
Richard Clayderman in der Stadtkirche an seinem Flügel aus Bayreuth.

Richard Clayderman in der Stadtkirche an seinem Flügel aus Bayreuth.

Das Programm war vielseitig und bot im ersten Teil auch klassische Stücke, wie einen Choral von Bach. Mit „Jesu bleibet meine Freude“ stimmte Clayderman das Publikum ein. Es folgten Medleys, Liszts Liebestraum, Klassiker in modernem Gewand, Musicalmelodien von Andrew Lloyd Webber und „Chariots of Fire“ von Vangelis. Vor manchen Stücken pustete sich der Pianist, er trug ein schwarzes Sakko mit rotem Einstecktuch, kurz in die Hände und wirkte mal konzentriert und mal träumerisch.

Flügel aus Bayreuth

Während Clayderman an seinem schwarzen „Steingraeber & Söhne“-Flügel aus Bayreuth spielte, begleiteten ihn die talentierten und charmanten Streicherinnen Annika Litzendorf (Violine), Phoebe Scott (Cello) und Daniela Muntean (Viola) musikalisch auf sehr hohem Niveau. Zuweilen schien Richard Clayderman (54), er wurde als Sohn eines Klavierlehrers geboren, eine Einheit mit seinem Flügel einzugehen. Als er das Hall-Pedal trat, strömten lang anhaltende, sanfte Klangwellen durch die Kirche. Die große Modulation von Klangfarben gefiel dem Publikum. Vor allem die Damenwelt machte bei Schmusetiteln wie „Liebestraum“, „Love Story“ oder „Historia de un Amor“ frohlockende Miene.

Großes Vorbild

Nach dem Motto „weniger ist mehr“ hätte es nach dem Geschmack einiger Gäste keiner zusätzlichen Unterstützung durch eingespielte Musik wie Schlagzeug oder Synthesizer bedurft. Richard Clayderman und die Streicherinnen boten alleine schon eine „Ohren- und Augenweide“. Mit Rosen bedankte sich der Pianist zwischendurch bei den Musikerinnen und verschenkte Notenblätter an das Publikum, z.B. an Christel Niehaus und ihren Sohn Daniel (13), der seit fünf Jahren Klavier spielt. „Er ist mein großes Vorbild. Ich versuche, die Noten nachzuspielen“, sagte Daniel. Nach der Pause spielte Clayderman in blauem Sakko heiter weiter. Ein Hörgenuss waren seine gefühlvolle Interpretation der Filmmusik aus „Titanic“, Khatchaturians flotter Säbeltanz und Claydermans berühmte „Ballade pour Adeline“. Nach zwei Stunden gab es stehende Ovationen und als Zugabe „Ave Maria“.

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