Momentan herrscht eine unzureichende Versorgung mir Blutkonserven. © picture alliance/dpa
Engpass befürchtet

Rotes Kreuz schlägt Alarm: Blutspenden gehen momentan dramatisch zurück

Gefährdet ist die ausreichende Versorgung mit Blutkonserven. Darauf macht der Blutspendedienst West des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) aufmerksam. Gleich mehrere Gründe sorgen für den Engpass.

Blutspenden retten Leben. Doch zurzeit gibt es nicht genug. Ein Grund dafür ist die Flutkatastrophe. Durch die enorme Zerstörung der Infrastruktur wurden viele Gebäude, in denen sonst Blut gespendet wird, so stark beschädigt, dass man dort auf unbestimmte Zeit keine Termine anbieten kann. Hinzu kommt, dass der Bedarf durch die Versorgung der Hochwasser-Opfer besonders hoch ist. „Deswegen muss man jetzt versuchen, die Lage durch andere Regionen und Städte zu kompensieren“, erklärt Daniel Langer, Kreisleiter des DRK in Lünen.

Situation langsam kritisch

Auch die Coronapandemie sowie die Ferienzeit führen dazu, dass der Bestand an Blutkonserven geringer und die Situation langsam kritisch wird. Eine Option ist nun, vermehrt Termine anzubieten. So will man Leute zum Blutspenden motivieren.

Der Austausch mit anderen Bundesländern sei eine weitere Möglichkeit. „Normalerweise ist das gelebte Praxis. Doch auch andere Blutspendedienste hängen gerade am Tropf“, erklärt Stephan Küpper, Pressesprecher des DRK-Blutspendedienst West. Die Lage in andere Teilen Deutschlands sei zwar nicht so dramatisch wie in NRW, Rheinland-Pfalz und dem Saarland, trotzdem gebe es dort keine Kapazitäten, um auszuhelfen.

Situation spüren Kliniken

Vier bis fünf Tagesbedarfe an Blutkonserven im eigenen Kühllager, das sind rund 10.000 bis 12.000 Präparate, will der DRK-Blutspendedienst West vorhalten. Doch es gab in den vergangenen Wochen Tage, an denen 10 bis 30 Prozent weniger gespendet wurde, als man eigentlich braucht. „Im Moment haben wir noch nicht mal zwei Tage Vorlauf. Das was reingeht, geht sofort wieder raus“, erklärt Küpper.

Das spüren vor allem die Krankenhäuser, weiß der Pressesprecher. „Kliniken bekommen gerade bei bestimmten Blutgruppen noch nicht mal mehr die Hälfte dessen, was sie eigentlich bestellen.“ Daniel Langer sind für Lünen und Umgebung im Moment allerdings keine Versorgungslücken oder Einschränkungen bekannt.

Blut-Präparate halten nicht für eine Ewigkeit

Eine Ursache für den Notstand an Blutkonserven ist auch die begrenzte Haltbarkeit. Manche Bestandteile müssen schnell verbraucht werden, erklärt Langer. „Die Zellen sterben irgendwann ab, da sie nicht für ein Leben im Beutel gemacht sind“, fügt der 26-Jährige hinzu.

Daher seien Blutspende-Termine wichtig. In Lünen kann man zwischen 25 und 30 Mal im Jahr Blut spenden. Daniel Langer appelliert: „Geht Blut spenden.“

Die nächsten Blutspende-Termine in Lünen: 15. August, 9.30 – 13.30 Uhr, DRK Zentrum Lünen, Spormeckerplatz 1a; 16. August, 15.30 – 19 Uhr, Ev. Kirchengemeinde Lünen, St.-Georg-Kirchplatz 2; 19. August, 16 -19 Uhr, Bürgerhaus, Yorckstr. 19

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