Rückzug aus Brambauer: Lebensmittel-Discounter Heipex schließt

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Die Waltroper Straße in Brambauer wird leerer: Die Heipex-Filiale schließt. Der Lebensmittel-Discounter hatte sich 2017 bereits aus dem benachbarten Waltrop zurückgezogen.

von Kimberly Becker

Brambauer

, 14.07.2019, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Facebook-Gruppe „Brambauer“ ist die Schließung, die im Geschäft durch ausgehängte Schilder angekündigt wird, ein viel diskutiertes Thema. Die meisten finden es schade, dass das Angebot, günstig Waren kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums zu kaufen, aus Brambauer verschwindet. Da auch die Filiale in Waltrop nicht mehr existiert, müsse man nun nach Castrop-Rauxel fahren, so ein Kommentar. Und da stelle sich schon die Frage, ob das noch lohnenswert sei.

Das Problem mit den Parkplätzen

Der Name „Heipex“ setzt sich aus Vor- und Nachnamen des Firmenchefs Heinz Pexa zusammen. Ihn hätten wir gerne gefragt, warum er die Filiale in Brambauer schließt - und vor allem: wann. Doch Pexa weigerte sich, der Redaktion Auskunft zu geben.

Der Waltroper Zeitung hatte Pexa im Jahr 2016 erzählt, dass die dortige Schließung mit dem stagnierenden Umsatz zu tun hätte. Der Inhaber machte damals die Parkplatzsituation des Standortes in Waltrop für diese Situation verantwortlich. Sobald nun auch die Filiale in Brambauer schließt, hat das Familienunternehmen noch drei Standorte übrig - neben Castrop-Rauxel sind das Herten und Marl.

Seit 50 Jahren gleich geblieben

Während Pexa schweigt, äußert sich der Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Brami, Michael Ristovitch, zur Situation. Er bedauert den neuen Leerstand, glaubt aber nicht, dass in Brambauer - im Gegensatz zu Waltrop - die räumliche Situation eine Ursache für die Schließung sein könnte: "Die Leute sind heutzutage schlichtweg zu bequem geworden." Nur 200 Meter weiter runter wäre zum Beispiel ein großer Parkplatz. „Dann müsste man halt ein Paar Schritte laufen, doch das wollen die Leute nicht mal mehr", so der Brami-Vorsitzende.

Das liege natürlich auch am Online-Geschäft. Mit einem Mausklick ist es möglich, sich alles direkt vor die Haustüre setzen zu lassen - egal was und das zu jeder Zeit. "Die Gewohnheiten haben sich nun mal verändert. Und ob der Zahn der Zeit umgedreht werden kann, das kann ich nicht beurteilen", sagt Ristovitch.

Er fordert die Menschen dazu auf, wieder persönlich in die Geschäfte zu gehen und die lokale Wirtschaft so zu stärken. „Und wenn es nach mir ginge, sollten die Online-Shops geschlossen oder doppelt besteuert werden, damit die Menschen wieder mehr in die Geschäfte gehen.“

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