Schadstoffe können Asthmasymptome auslösen

LÜNEN Die Schadstoffe in der Lüner Luft sind nicht die Ursache für Asthma, können aber bei entsprechend vorbelasteten Menschen Asthma-Symptome auslösen.

von Von Dieter Hirsch

, 06.09.2007, 09:42 Uhr / Lesedauer: 2 min
Info-Broschüre der Kraftwerksgegner.

Info-Broschüre der Kraftwerksgegner.

Dies erklärte gestern Prof. Dr. Helmut Teschler, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie, bei der Anhörung zum Trianel-Kraftwerk im Hansesaal. Es bestehe kein Zweifel an dem statistischen Zusammenhang zwischen belasteten Regionen und dem Auftreten von Notfallsituation wie Pseudokrupp-Anfällen.

Prof. Teschler warnte davor, sich zu sehr auf Asthma zu konzentrieren, sondern das gesamte Spektrum der Atemwegssymptome zu sehen. Schadstoffe in der Luft führten zu Veränderungen der Atemwege. Dabei sei zwischen Allergenen wie Pollen und toxischen Stoffen, wie wie sie industriellen Produktionsstätten entstehen. Letztere können zu Husten, Auswurf, Atemnot, chronischer Nasennebenhöhlen-Entzündung und zur Belastung des Herz-Kreislaufsystems, so der Lungenfachmann, der als Chefarzt die Abteilung Pneumologie der Uniklinik Duisburg-Essen leitet.

"Es gibt keine saubere Technik"

Zum Thema Grenzwerte erklärte er: "Grenzwert heißt nicht, dass das Risiko gleich null ist". Auch minimalste Zusatzbelastungen können vorgeschädigte Patienten zusätzlich belasten. "Eine irrelevante Zusatzbelastung gibt es für einen Mediziner nicht. Das ist ein rechtlicher Begriff", so Prof. Teschler, der warbte: "Es gibt keine saubere Technik. Es gibt nur Techniken mit mehr oder weniger großen Risiken. Und die Gesellschaft muss sich einigen, welches Risiko sie tragen will."

Der Lüner Kinderarzt Dr. Karl Kluge erklärte, er sehe durch die Ausführungen Prof. Teschlers die Beobachtungen bestätigt, die er in seiner Praxis gemacht habe (unsere Zeitung berichtete).

Das Thema Verkehrsbelastung beherrschte am Morgen die Anhörung. Der LKW-Verkehr zum Kraftwerk werde nicht über die Moltkestraße laufen, sondern über die neue Kanalbrücke Brunnenstraße so Dr. Christian Weiler für Trianel. Eckhard Kneisel bezweifelte dies und forderte Einzelfallbetrachtung. Thomas Matthée (BI) befürchtet, dass über kurz oder lang eine Anbindung durch das Mühlenbachtal gefordert werde.

Manfred Ungethüm, Geschäftsführer der Trianel-Projektgesellschaft, erklärte, das mit den Zulieferern und Anlagenbauern Verträge geschlossen werden, die vorschrieben, dass die Moltkestraße nicht genutzt werden dürfe.

Zur Kritik an der fehlenden Kraft-Wärme-Kopplung erläuterte Dr. Beverunge, dass es derzeit keine Abnehmer für die Wärme gebe. Er setze aber darauf, dass das angrenzende Gewerbegebiet von der Stadt Waltrop entwickelt werde und energieintensive Betriebe angesiedelt werden.

Dazu der Konrad Kempkes von der Stadt Waltrop: "Die Restfläche auf Waltroper Stadtgebiet ist als GI-Gebiet ausgewiesen. Aber eine konkrete Entwicklung oder eine Ansiedlung ist nicht in Sicht."

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