Schalke-Fan und Schauspieler Peter Lohmeyer: Es gibt nix Schöneres als Kino

mlz30 Jahre Kinofest Lünen

Das Lüner Kinofest bescherte dem Schalke-Fan Peter Lohmeyer die Begegnung mit Spieler Yves Eigenrauch in der Lichtburg. Was ihm das Kinofest bedeutet, verrät Lohmeyer im Interview.

Lünen

, 25.09.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Peter Lohmeyer gehörte zu den ersten Stammgästen des Lüner Kinofestes. In den ersten Jahren in der Lichtburg war der bekennende Schalke-Fan und Wahl-Hamburger immer wieder mit verschiedenen Filmen in Lünen. Oft gemeinsam mit seinen Schauspiel-Kollegen Joachim Król und Nina Petri.

Auch bei der damals so beliebten Schwimm-Staffel im inzwischen abgerissenen Hallenbad Lünen-Mitte war Peter Lohmeyer immer mit dabei und wagte sich ins kühle Nass. Seine Unterschrift gehört zur Promi-Meile vor der Cineworld.

Mit Sohn Louis im „Wunder von Bern“

Lohmeyer war in der Lichtburg oft mit seiner Familie zu Gast. Sohn Louis Klamroth stellte als Zwölfjähriger beim Kinofest in der „Lichtburg“ den Kinderfilm „Der Mistkerl“ vor, in dem er mit Anna Loos zu sehen ist.

Mit seinem Vater präsentierte er zwei Jahre danach in der Cineworld den Sönke-Wortmann-Film „Das „Wunder von Bern“, in der die Beiden spielen, was sie auch in Wirklichkeit sind: Vater und Sohn.

Was fällt Ihnen spontan ein, wenn Sie den Namen Lünen hören?

Natürlich das Filmfest, aber auch die Persiluhr, bisschen kühl - weil das Kinofest immer im November stattfindet. Ich weiß noch, dass ich besonders gern im Hotel an der Persiluhr gewohnt hab. Und natürlich fällt mir beim Stichwort Lünen auch das Schwimmbad ein.

Schalke-Fan und Schauspieler Peter Lohmeyer: Es gibt nix Schöneres als Kino

Zwei Schalker unter sich: Fußballer Yves Eigenrauch (l.) und Schauspieler Peter Lohmeyer bei einem der Kinofeste in der Lichtburg. © Kinofest

Was ist für Sie das Besondere am Lüner Kinofest?

Dass sich wirklich alles um deutsche Filme dreht. Bei vielen anderen Festivals hat man den Eindruck, dass internationale Filme wichtiger sind. In Lünen ist das anders und damit auch gleichbedeutend damit, seine Gemeinde zu treffen, in der man arbeitet. Man muss sich auseinandersetzen mit den Kollegen, das ist bei anderen Festivals oft viel zu oberflächlich.

Schalke-Fan und Schauspieler Peter Lohmeyer: Es gibt nix Schöneres als Kino

Beim 20. Kinofest: Die Kinofestleiter Mike Wiedemann (r.) und Kathrin Bessert überreichten Peter Lohmeyer eine Zeichnung des Künstlers KPM Wulf vom gesamten Team. © Foto: Goldstein

Was mögen Sie an Filmfestivals - und was nicht?

Ich mag Festivals nicht, bei denen es zu viele Filme zu sehen gibt. Daran verzweifle ich eher. Natürlich muss die Berlinale so groß sein wie sie ist. Aber andere Festivals übertreiben es. Wie lange soll ich mich denn mit dem Programmkatalog des Filmfests Hamburg beschäftigen? Drei Zeilen über einen Film reichen oft nicht, dann schaut man noch im Internet nach. Durch die Masse der Filme sind auch immer wahnsinnig viele Teams vor Ort. Wenn es zu groß wird, mag ich es nicht.

Schalke-Fan und Schauspieler Peter Lohmeyer: Es gibt nix Schöneres als Kino

Peter Lohmeyer mit seinem Sohn Louis Klamroth bei einem der ersten Kinofeste. © Thamm

Sie waren ja auch mehrmals mit Ihrem Sohn Louis Klamroth und ihren anderen Kindern in Lünen. Louis und Lola sind in Ihre Fußstapfen getreten. Gibt es Pläne, dass Vater und Kinder mal wieder zusammen vor der Kamera stehen?

Louis ist nicht wirklich in meine Fußstapfen getreten. Er macht sein eigenes Ding, hat seine eigene Talkshow, arbeitet politisch und journalistisch, moderiert auch bei der Berlinale oder der Lit Cologne. Als er jünger war, haben wir drei Filme miteinander gedreht, darunter „Das Wunder von Bern“. Heute sind wir vielleicht mal in Quiz-Shows miteinander zu sehen. Meine Tochter Lola Klamroth ist als Schauspielerin in Köln am Theater engagiert. Dort werde ich im Herbst auch in einem Stück spielen, allerdings nicht mit ihr zusammen. Mit Lola hab ich auch den Film „Früher oder später“ gedreht, da war sie 16. Aber Pläne, mit meinen Kindern weiter Filme zu drehen, gibt es erstmal nicht.

Schalke-Fan und Schauspieler Peter Lohmeyer: Es gibt nix Schöneres als Kino

Louis Klamroth und Tom Spieß, der Produzent des Films „Das Wunder von Bern", beim Anschneiden der Torte zu dem Wortmann-Film beim Kinofest 2003. © Thamm

Was gibt es bei Ihnen beruflich Neues?

Ich bin sehr gespannt auf einen Vierteiler mit dem Titel „Väter allein zu Haus“, für den wir die ersten beiden Teile schon gedreht haben. Zu sehen waren sie im September in der ARD. Im April 2020 wird ein Frankfurter „Tatort“ mit dem Titel „Die Guten und die Bösen“ gezeigt, in dem ich mitspiele.

Werden Sie auch wieder als Hamburger Kommissar Jan Fabel in einem Krimi nach Craig Russell im Ersten zu sehen sein?

Ja. Wir haben gerade den fünften Krimi nach Vorlage des schottischen Krimi-Autors Craig Russell abgedreht. „Walküre“ soll noch in diesem Jahr ausgestrahlt werden, es gibt aber noch keine Sendedaten.

Gibt es eine Traumrolle, die Sie gern mal spielen würden?

Im Theater könnte man da vielleicht eine Rolle nennen, weil es ja entsprechend viele Dramen gibt. Für Film und Fernsehen müssen solche Rollen erst noch geschrieben werden, da hängt eine Traumrolle vom Stoff ab. Wenn es ein gutes Buch ist, ist es auch eine Traumrolle, wenn es ein schlechtes Buch ist, kann sie es nicht sein.

Schalke-Fan und Schauspieler Peter Lohmeyer: Es gibt nix Schöneres als Kino

2014 war Peter Lohmeyer im Rahmen von „Mord am Hellweg“ die deutsche Stimme für den schwedischen Bestsellerautor Haken Nesser (l.) bei seiner Lesung im Heinz Hilpert Theater in Lünen. © Frank Bock

Ihr Name steht ja auf einer der Bronzeplatten vor dem Lüner Kino und Sie waren bei der „Enthüllung“ auch dabei. Planen Sie, auch zum 30. Kinofest nach Lünen zu kommen?

Eigentlich müsste es zeitlich passen. Je nach dem, wann meine Vorstellungen in Köln sind, bin ich gern wieder in Lünen am Start.

Was wünschen Sie dem Lüner Kinofest zum 30. „Geburtstag“?

Dass es so interessant bleibt wie möglich und so wichtig wie nötig. Außerdem würde ich dem Kinofest auch mehr Finanzen wünschen. Und volles Haus jeden Abend und am besten das ganze Jahr über, weil es nix Schöneres gibt als Kino!

Hier geht es zu allen bisher erschienenen Interviews:

Biographie

Bei den Salzburger Festspielen

  • Lohmeyer gab sein Bühnendebüt in „Was heißt hier Liebe“ am Schauspielhaus Bochum. Danach spielte er an Theatern in Düsseldorf, Stuttgart, Hamburg und am Schillertheater (Berlin).
  • Seine erste Rolle in einem Fernsehfilm übernahm er 1983 in „Der Kampfschwimmer“, anschließend spielte er in „Alles Paletti“ mit.
  • Sein Filmdebüt gab er 1988 in „Tiger, Löwe und Panther“. Bekannt wurde er mit „Die Straßen von Berlin“ (1995 bis 1998) und „Das Wunder von Bern“ (2003, von Sönke Wortmann).
  • Seit 2013 ist Peter Lohmeyer bei den Salzburger Festspielen im Jedermann als Tod zu sehen.
  • Anfang 2016 sang er im „Club der toten Dichter“ die Gedichte des Amerikaners Charles Bukowski.
  • Lohmeyer ist ein großer Fußballfan. Aus seiner Zeit in Hamburg-Ottensen ist er Anhänger des Clubs Altona 93. In seinen NDR-Promotionfilmen läuft er in einem Trikot dieses Traditionsvereines.
  • Außerdem ist er Fan des FC Schalke 04 und bei Heimspielen häufig in der Nordkurve zu sehen. Er war Sprecher im Film „100 Schalker Jahre“.
  • Im August 2019 trat er aus dem Verein FC Schalke 04 aus, um gegen den vereinsinternen Umgang mit den sich gegen Afrikaner richtenden diskriminierenden Aussagen des Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies zu protestieren.
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