Seit vielen Jahren steht Martin Haase mit seinem Süßwarenstand in der Innenstadt in Lünen - und möchte das auch in den kommenden Jahren tun. © Nora Varga
Weihnachtsmarktbuden

Schausteller in der Lüner City zum Lockdown: Er könnte „tödlich sein“

Der Lockdown ab Mittwoch (16.12.) trifft auch die Schausteller in der City. Jezt gibt es eine Entscheidung. Die hatten sie schon fast befürchtet. Der Lockdown könnte für sie „tödlich sein“.

Am 2. Dezember durften zehn Schausteller ihre Buden in der Lüner Innenstadt eröffnen – trotz ausgefallenen Weihnachtsmarktes. Sechzehn hatten sich auf die Stellplätze beworben, entschieden hat das Los. Gebrannte Mandeln, Pommes und Bratwürste, das Kinderkarussell und Crepes gibt es seitdem wieder in der Innenstadt, ähnlich wie es im Sommer war. Der angekündigte neue harte Lockdown trifft die Schausteller hart.

Elvira Risse, Inhaberin von „Elfie`s leckere Crepes“, steht seit 37 Jahren auf dem Lüner Weihnachtsmarkt. „Lünen ist für mich immer wie nach Hause zu kommen. Hier gibt es noch Leben und inhabergeführte Geschäfte, hier reiht sich nicht ein Handyladen an die nächste Dönerbude. Ich fühle mich hier richtig wohl“, sagt Risse, die ursprünglich aus Hagen kommt und nun in Paderborn wohnt. Groß war die Freude, als sich das Los für sie entschied – nun muss auch sie ab Mittwoch (16.12.) schließen.

Kunden sind treu, auch wenn die Geschäfte schließen

„Der Lockdown kann tödlich für uns sein – für die Schausteller, aber auch für die Geschäfte, die mitten im Weihnachtsgeschäft stecken“, gibt sie zu bedenken. Verzehren darf man die Speisen aktuell ohnehin nicht in der Fußgängerzone: Im Maskenpflicht-Bereich ist das Essen, Trinken und Rauchen verboten. Regelmäßig patrouilliert das Ordnungsamt, um das zu kontrollieren.

Martin Haase, Betreiber einer Mandelbude, wirkt ebenfalls nicht allzu glücklich, als wir ihn nach seiner Einschätzung zu aktuellen Lage fragen. Inzwischen haben sich die Ereignisse überschlagen. Die Stadt hat bereits mit den Schaustellern gesprochen. Die Buden müssen abgebaut werden. „Den genauen Wortlaut der Corona-Schutzverordnung kennen wir noch nicht.“, teilt Pressesprecher Benedikt Spangardt mit. Aber die Stadtverwaltung sei der Auffassung, dass in der sich abzeichnenden Situation die Innenstadt nicht noch mehr Passantinnen und Passanten anziehen sollte.

Der Verwaltung sei bewusst, dass die Schaustellerinnen und Schausteller mit der Teilnahme an der Aktion in der Fußgängerzone die wirtschaftlichen Ausfälle im Vergleich zu „normalen“ Jahren in keinster Weise auffangen konnten. Sie hätten aber mit ihren Ständen trotz aller Widrigkeiten wenigstens einen Ansatz von vorweihnachtlicher Stimmung in die Lüner Innenstadt gebracht. „Dafür bedanken wir uns als Stadtverwaltung sehr herzlich und hoffen, dass im nächsten Jahr die Situation eine andere, positivere sein wird“, so Spangardt.

City statt Parkplatz

Das wünschen sich auch die Schausteller. „Wir hoffen einfach, dass es nächstes Jahr wieder normal läuft und wir wieder hier sein können. Der Standort liegt mir am Herzen“, so Risse. Auch der Pommesbuden-Besitzer verteilt schon Stempelkarten für den nächsten Weihnachtsmarkt – auch, wenn es düster aussieht, sind die Schausteller hoffnungsvoll.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren in Hamm, dann ausgezogen in die weite Welt: Nach ausgiebigen Europa-Reisen bin ich in meine Heimat zurückgekehrt und berichte nun über alles, was die Menschen in der Gegend gerade bewegt.
Zur Autorenseite
Sylva Witzig

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt