Alois Köllner mit seinen Kindern Alois jr., Alexandro und Lena an dem Weihnachtsbaum-Stand auf dem Parkplatz des Stabilo-Baumarkts. © Goldstein
Corona-Krise

Schaustellerfamilie mit großen Sorgen: Baumverkauf statt Puppentheater

Eigentlich spielt die Familie Köllner für Kinder Puppen-Theater. Wegen Corona geht das nicht. Seit März kein Engagement mehr - jetzt setzt die Familie auf Weihnachten.

In ganz Deutschland sind Gina und Alois Köllner mit ihrer Puppenbühne unterwegs. Aber in diesem Jahr ist alles anders. Wegen Corona lebt das Ehepaar, das aus traditionsreichen Schaustellerfamilien stammt, mit seinen drei Kindern in Lünen. „Wir haben praktisch Berufsverbot“, sagt Gina Köllner.

Verdienst gleich Null. Staatliche Hilfen gibt es nicht. Und jetzt ist auch noch ihr Fahrzeug kaputt, eine Dieselpumpe muss ersetzt werden. „Ich weiß nicht, wie wir das bezahlen sollen“, sagt Gina Köllner.

„Eiskönigin“ und der „kleine Rabe Socke“

Eigentlich wäre jetzt die richtige Zeit für die märchenhaften Puppenstücke der Köllners. Mit der „Eiskönigin“, „Ritter Rost“ und traditionellem Kasperletheater sind die Köllners, die aus dem sächsischen Meißen stammen unterwegs. auch der „kleine Rabe Socke“ steht auf dem Spielplan. Seit März haben die Köllners nun aber keine Vorstellung mehr gehabt.

Weil die drei Kinder Alois jr. (11), Alexandro (9) und Lena (8) immer dort zur Schule gehen, wo ihre Eltern gerade mit der Puppenbühne gastieren, sind sie nun seit März in der Leoschule. Ungewöhnlich für die Schaustellerkinder, dass sie schon so lange die selbe Schule besuchen. Aber auch schön, denn so können sie – sofern es wegen der Corona-Bedingungen geht – Freundschaften pflegen.

Alois Köllner mit seinen Kindern Alois jr., Alexandro und Lena an dem Weihnachtsbaum-Stand auf dem Parkplatz des Stabilo-Baumarkts.
Die Familie verkauft auf dem Parkplatz Weihnachtsbäume aus dem Sauerland und Kirmes-Leckereien. © Goldstein © Goldstein

Um in der Vorweihnachtszeit endlich wieder Geld zu verdienen, verkaufen die Köllners auf dem Parkplatz des Stabilo-Baumarktes an der Kupferstraße Weihnachtsbäume und Kirmes-Süßigkeiten. „Gebrannte Mandeln, Popcorn und Schokofrüchte bieten wir an“, so Gina Köllner, die derzeit eine Verletzung auskuriert. Süßes, das sonst auf Weihnachtsmärkten angeboten wird.

Schneemann „Olaf“ kommt am Wochenende

Die Weihnachtsbäume sind „frisch geschlagene Nordmanntannen aus dem Sauerland.“ An jedem Freitag, Samstag und Sonntag kommt Olaf, der lustige Schneemann aus dem Film „Die Eiskönigin“ zum Stand. Geöffnet ist der Baum- und der Süßwaren-Verkauf täglich von 11 bis 19 Uhr, am Heiligabend (24.12.) von 9 bis 14 Uhr.

Das Winterlager der Familie befindet sich auch auf dem Parkplatz des Baumarktes. In der sechsten Generation führen Gina und Alois Köllner ihr Puppentheater. Dieses Weihnachten wird nach den Einnahmen-Einbußen durch Corona schwer.

Denn auch wenn die drei Kinder wissen, dass ihre Eltern in diesem Jahr kaum Einnahmen hatten, hoffen sie trotzdem, dass der Weihnachtsmann ihnen Geschenke in das Winterlager auf dem Parkplatz bringt. Keine einfache Situation für die Eltern. Die hoffen nun, dass durch den Verkauf von Bäumen und Süßwaren wenigstens am Ende dieses Jahres ein paar Einnahmen in die Kasse kommen.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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