Die Verhandlung fand vor dem Amtsgericht Lünen statt. © Mönnig
Betrugsvorwurf

Schicksalsschlag warf Lüner aus der Bahn – und brachte ihn vor Gericht

Er hatte längst einen Job, hatte aber dem Jobcenter noch nicht Bescheid gegeben. Das brachte einen Lüner jetzt vor das Amtsgericht. Der Mann zeigte Reue und berichtete von einem Schicksalsschlag.

Ein Schicksalsschlag zog einem Lüner (34) den Boden unter den Füßen weg. In der Situation informierte er das Jobcenter nicht über seine neue Arbeitsstelle und erhielt so Unterstützung, die ihm nicht mehr zustand. Vor Gericht zeigte er nun Reue.

Für den Zeitraum zwischen Anfang März und Ende Juni 2019 wurden ihm rund 2300 Euro Arbeitslosengeld überwiesen. Geld, das gar nicht mehr hätte fließen dürfen, da der 34-Jährige wieder einen Job hatte und das beim Amt nur nicht anzeigte.

„Einfach nicht nachgedacht“

Das Versäumnis brachte ihn nun im Amtsgericht auf die Anklagebank. Verlegen versuchte er, der zuvor noch nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten war, sein Verhalten zu begründen. Der Tod einer nahen Verwandten habe ihn aus der Spur gebracht und so sei es zu der „Verfehlung“ gekommen. Zu der Zeit habe er einfach nicht nachgedacht. Über nichts. Selbstverständlich habe er das Geld sofort komplett zurückgezahlt.

Seine Offenheit, das leere Strafregister und die prompte Gutmachung des Schadens stimmten den Vertreter der Anklage und den Richter milde. Das Verfahren wurde gegen Zahlung von 900 Euro Geldbuße zugunsten der Staatskasse vorläufig eingestellt. Sobald das Geld geflossen ist, kann der Fall endgültig ad acta gelegt werden. Den Rat des Anklägers gab es „gratis“: „Am besten nicht noch einmal machen.“

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