Schlichter für den Streit ums Erbe

Schiedsrichterlehrgang

Streit unter Erben ist keine Seltenheit und beschäftigt oft die Gerichte. Dabei könnten die Konflikte auch außergerichtlich mithilfe eines Schlichters gelöst werden. Ein solcher ist Dirk Tinter. Der Lüner Steuerberater hat den Schiedsrichterlehrgang der Deutschen Schiedsgerichtsbarkeit für Erbstreitigkeiten (DSE) absolviert.

LÜNEN

von Von Peter Fiedler

, 30.08.2011, 15:33 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dirk Tinter (r.) hat es Schwarz auf Weiß: Er ist Schiedsrichter für Erbstreitigkeiten. Darüber freut sich auch Tinters Kanzleipartner Thilo Klahr. RN-Foto Fiedler

Dirk Tinter (r.) hat es Schwarz auf Weiß: Er ist Schiedsrichter für Erbstreitigkeiten. Darüber freut sich auch Tinters Kanzleipartner Thilo Klahr. RN-Foto Fiedler

Unter zwei Voraussetzungen, wie Tinter erläutert: "Entweder muss der Erblasser schon in seinem Testament das Schiedsverfahren festlegen oder die Erben selbst wenden sich an einen Schiedsrichter. Das geht aber nur, wenn auch alle Erben einverstanden sind." Eine schnelle Entscheidung ist für Tinter ein wesentlicher Vorteil eines Schiedsverfahrens. „Der Schiedsrichterspruch muss akzeptiert werden, es gibt keine zweite Instanz und damit auch kein Verfahren, das sich über Jahre hinzieht.“ Zudem sei die Schlichtung vertraulich, während vor Gericht private Vermögensverhältnisse in einem öffentlichen Verfahren ausgebreitet würden. Ob eine Schlichtung auch weniger koste, hänge vom Streitwert ab und auch davon, ob sich die Parteien zusätzlich noch anwaltlich vertreten lassen.

"Auseinandersetzungen unter Erben sind oft hoch emotional. Da kann es etwa darum gehen, ob der Enkel besser bedacht werden soll, weil er so oft den Rasen bei Opa gemäht hat", weiß der Steuerberater aus seiner Erfahrung als Fachberater für Testamentsvollstreckung und Nachlassverwaltung. Im Schiedsverfahren gehe es neben den harten Fakten vor allen Dingen darum zu beurteilen, wie glaubhaft die Darstellungen der Erben sind. Oft würden aber schon beim Testament Fehler gemacht, wenn es missverständlich formuliert sei. "Jedes Testament sollte man zumindest von einem Profi angucken lassen", rät Tinter.

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