Die Filiale an der Langen Straße in Lünen (Archivbild) ist die einzige Dependance der Commerzbank in Lünen. © Kristina Gerstenmaier
Stellenabbau

Schließungen bei Commerzbank: Sorgen um die Zukunft der Lüner Filiale

Jeder dritte Commerzbank-Mitarbeiter verliert seinen Job, fast jede zweite Filiale wird gestrichen. Die Sparpläne sind rigoros. Sorgen machen sich auch Mitarbeiter und Kunden in Lünen.

Sparpläne hatte es bei der Commerzbank bereits in den vergangenen Jahren gegeben. Der aktuell verkündete Sparplan, den der Konzern am Donnerstag, 28 Januar, verkündete, fällt aber noch deutlich drastischer aus, als bisher.

In sechs nüchternen Spiegelstrichen erläutert die Commerzbank zunächst in ihrer Meldung, was geplant ist: Unter anderem sollen 10.000 Vollzeitstellen gestrichen werden, rund jeder dritte Arbeitsplatz bei der Bank fällt also weg. Die Zahl der Filialen soll auf 450 verringert werden, das wären fast nur noch halb so viele, wie die aktuell 790 Filialen in ganz Deutschland. Ein „Kahlschlag“, wie die Presseagentur dpa schreibt. Die Bank selbst spricht von einer „tiefgreifenden Restrukturierung“.

Entscheidungen werden erst noch getroffen

Was die Ankündigung für die einzige Filiale der Commerzbank in Lünen bedeutet, bleibt aber noch offen. „Derzeit können wir tatsächlich nichts über die Planungen zu regionalen Filialen sagen“, erklärt Sonja Habig, Regionalsprecherin der Commerzbank. Wie die Sprecherin sagt, werde sich dies erst in den kommenden Wochen und Monaten zeigen. Der Vorstand der Bank soll am 3. Februar über das am Donnerstag veröffentlichte Strategiepapier abstimmen, zuvor soll der Aufsichtsrat das Papier billigen. Ziel der Commerzbank ist laut dem Positionspapier eine drastische Kostenreduktion. Konkret sollen im Vergleich zum Jahr 2020 bis 2024 1,4 Milliarden Euro gespart werden.

Man wolle es erreichen, so heißt es in der Mitteilung der Bank, „die Vorteile einer voll digitalisierten Bank mit persönlicher Beratung, konsequentem Kundenfokus und Nachhaltigkeit zu verbinden.“ Der Abbau der Stellen solle laut Mitteilung „fair“ erfolgen. „Die Commerzbank wird alles daransetzen, gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern faire und – soweit möglich – sozialverträgliche Lösungen für den Stellenabbau zu vereinbaren. Die Bank strebt eine zügige Einigung mit dem Betriebsrat an, um möglichst schnell in die Umsetzung gehen zu können“, heißt es.

„Digitalisierung und Zinstief setzen die gesamte Branche unter Druck“, schreibt die dpa. Bei der Commerzbank sei der Konzernumbau aber ins Stocken geraten. Der vorherige Konzernchef Martin Zielke war im vergangenen Jahr nach Kritik an ihm gegangen. Auch die komplette Spitze des Aufsichtsrates musste neu besetzt werden. Umsetzen muss die Maßnahmen nun der neue Vorstandsvorsitzende Manfred Knof, der seine Stelle am 1. Januar dieses Jahres angetreten hatte.

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Ich bin neugierig. Auf Menschen und ihre Geschichten. Deshalb bin ich Journalistin geworden und habe zuvor Kulturwissenschaften, Journalistik und Soziologie studiert. Ich selbst bin Exil-Sauerländerin, Dortmund-Wohnerin und Münsterland-Kennenlernerin.
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Sabine Geschwinder

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