Ruhestand

Schlussakkord: Lüner Musikschulleiter Frank Fischer geht, aber nicht ganz

Über 30 Jahre hat Frank Fischer in der Lüner Musikschule den Ton angegeben. Jetzt geht der Leiter in den Ruhestand. Er will selbst wieder mehr Musik machen und weiter unterrichten.
Posaune ist das Instrument von Frank Fischer (Archivbild). Über 30 Jahre hat er die Musikschule Lünen geleitet. © Goldstein (A)

1990 hat Frank Fischer die Leitung der Lüner Musikschule von Joachim Simon übernommen. Jetzt verabschiedete sich der 64-Jährige in den Ruhestand. Die kommissarische Leitung übernimmt vorerst seine Stellvertreterin Sabine Patschinsky. Fischer selbst wird auf Honorarbasis weiter unterrichten.

Nach dem Studium in Braunschweig und Bremen war Fischer an einer Musikschule des Landkreises Oldenburg tätig. In Lünen habe er eine gut geführte Musikschule übernommen, erinnert er sich. Damals gab es kaum Gruppenunterricht. Das habe sich in den 30 Jahren seines Wirkens geändert – wie so vieles: „Musikschularbeit ist ständige Herausforderung, man muss immer aufmerksam und aktiv sein und auf die Veränderungen achten.“

Kooperation mit Schulen

Hinzu kam auch die Kooperation mit Schulen. Schon vor dem Programm „Jekits“ hatte die Musikschule erste Projekte mit den beiden Lüner Gesamtschulen gestartet: Es gab sogenannte Bläserklassen. „Natürlich muss eine Musikschule auch Talentschmiede sein, viele der ehemaligen Schülerinnen und Schüler sind heute selbst professionelle Musiker und Musikpädagogen, alle Lüner Kulturpreisträger aus der Sparte Musik hatten oder haben immer noch Bezug zur städtischen Musikschule“, so Fischer. Ihm war immer wichtig, dass möglichst viele Kinder von Musikunterricht profitieren.

Fischer hat viele Veränderungen begleitet und mitgestaltet. Die Musikschullehrkräfte und die Wertschätzung für ihre Arbeit lagen ihm am Herzen. Als er die Schulleitung übernahm, gab es fünf hauptamtliche Kräfte. Fischer schaffte es, weitere Stellen einzurichten, so dass das Kollegium bald aus zwölf Instrumentalpädagoginnen und -pädagogen bestand.

Aus für das Kammerorchester

Fischer selbst hat Posaune unterrichtet, aber auch Euphonium und Tuba. Besonders angetan hatten es ihm die Ensembles – insbesondere das Lüner Kammerorchester, dessen Leitung er 1997 übernahm. Ein Höhepunkt sei das Konzert zum Jubiläum der Lüner Sparkasse gewesen, mit der Uraufführung eines Cellokonzerts von Thomas Schmidt-Kowalski.

Offiziell verabschiedet wurde Frank Fischer (Mitte) am Mittwoch (28. April) von Kulturdezernent Horst Müller-Baß (r.) und Fachbereichsleiter Jürgen Grundmann (l.).
Offiziell verabschiedet wurde Frank Fischer (Mitte) am Mittwoch (28. April) von Kulturdezernent Horst Müller-Baß (r.) und Fachbereichsleiter Jürgen Grundmann (l.). © Stadt Lünen © Stadt Lünen

2007 fiel das Kammerorchester Sparmaßnahmen zum Opfer. An diese Zeit erinnert sich Fischer ungern. Lieber spricht er im Rückblick über musikalische Highlights: Zum Beispiel über die Besuche mit Ensembles in Lünens Partnerstädten. Oder über ein Blechbläserprojekt, für das er 2016 die Martin Luther High School – die Partnerschule der Geschwister-Scholl-Gesamtschule – im namibischen Okombahe besuchte. Die positiven Erfahrungen bleiben, da ist sich Fischer sicher: „Nehmen Sie zum Beispiel die tollen Begegnungen bei internationalen Jugendmusikfestivals, in Norwegen, in Ungarn oder in der Schweiz. Die Schülerinnen und Schüler, die da teilgenommen haben, sind mittlerweile erwachsen – und erinnern sich heute noch gern daran.“

Wassermusik in Gummistiefeln

Stolz ist Fischer auch auf Musiktheaterprojekte, wie zum Beispiel „Oliver!“ zum 50jährigen Bestehen der Musikschule im Jahr 2017. Er erinnert sich auch an ein Workshopkonzert mit dem Saxofonisten Peter Weniger auf dem Landesagartenschaugelände. Oder an den Spatenstich zu „LaGaLü“: „Da haben wir mit dem Blechbläserquintett in schwarzen Anzügen und gelben Gummistiefeln auf dem Gelände des heutigen Horstmarer Sees gestanden und Händels ‚Wassermusik‘ gespielt“, erzählt Fischer.

In seine Amtszeit fiel auch der Umzug der Musikschule ins Lükaz. Zuletzt mussten er und „seine“ Lehrkräfte sich der Herausforderung der Corona-Pandemie stellen.

Kulturdezernent Horst Müller-Baß dankte Frank Fischer „für sein Herzblut und für das Engagement“. Gleichzeitig habe Fischer die Musikschule in für Lünen finanziell schwierigen Zeiten so umstrukturiert, dass sie zukunftsfähig geblieben sei.

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