Schmierereien kosten die Lüner über 20.000 Euro im Jahr

mlzGraffiti im Stadtgebiet

Die Beseitigung von Graffiti fordert die Verwaltung permanent. Und sie geht ins Geld. Die meisten Schmierereien sind an Papierkörben. Als „Sorgenkind“ nannte die Bahn den Bahnhof Preußen.

Lünen

, 10.08.2019, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist meist ein Ärgernis, was Sprayer mit ihren Farbdosen anrichten. Sie sprühen an Wände, Scheiben oder Haltestellen. Schwerpunkte in bestimmten Stadtteilen gibt es nach Auskunft von Stadtsprecher Benedikt Spangardt nicht. Allerdings musste am Bahnhof Preußen schon oft gereinigt werden. Die dafür zuständige Deutsche Bahn spricht von „einem Sorgenkind“. Durch Schmiereien und Zerstörung sei im gesamten Jahr 2018 ein Schaden im hohen fünfstelligen Bereich entstanden.

Lippebrücke und ZOB müssen oft gereinigt werden

In der Innenstadt seien besonders der Zentrale Omnisbusbahnhof (ZOB) und die Lippebrücke betroffen. Wie auch Papierkörbe. Hier sind die Mitarbeiter der Wirtschaftsbetriebe Lünen (WBL) laut Spangardt besonders gefordert. Wie teuer die Reinigung ist, könne nicht einzeln beziffert werden. Sie werde mit anderen Aufgaben dauerhaft von WBL geleistet.

Anders sieht das bei der Beseitigung von Graffiti auf Spielplätzen aus. Auch hier wird gerne mal mit Farbe herumgesprüht. Alleine die Abteilung Stadtgrün gibt jährlich etwa 10.000 Euro für die Reinigung aus. Die übernimmt das Team von WBL.

Reinigung auf Holz ist schwierig

Auf relativ unempfindlichen Flächen wie Mauern erteile Stadtgrün sofort den Auftrag, die Farbe zu entfernen. Auf Bänken sei die Reinigung schwieriger, weil Holz und Lack darunter leiden. „Da wird auch schonmal entschieden, ein Graffiti erstmal dort zu belassen.“

Weil Sprayer auch vor Schulgebäuden nicht Halt machen, ist die Zentrale Gebäudebewirtschaftung Lünen (ZGL) ebenfalls mit dem Thema befasst. Für die Beseitigung wendet sie ebenfalls jährlich etwa 10.000 Euro auf. „Auch hier wird meist schnell gehandelt und in den meisten Fällen WBL beauftragt“, erklärt Spangardt.

Schmierereien kosten die Lüner über 20.000 Euro im Jahr

Die Wand am neuen Feuerwehrgerätehaus hat die Stadt eigens von Schülern gestalten lassen, damit sie nicht beschmiert wird. © Stadt Lünen

Allerdings gibt es auch einen anderen Weg. Weil es unter Sprayern üblich ist, die Werke anderer nicht zu übersprühen, hat die ZGL die Wand der neuen Feuerwache in Brambauer von Schülerinnen und Schülern der Profilschule gestalten lassen. „Andere legale Graffiti-Flächen sind seitens der Stadt in letzter Zeit nicht zur Verfügung gestellt worden.“

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Laut Spangardt seien die Abteilung Stadtgrün und der Eigenbetrieb ZGL als Beispiele für die Aktivitäten der Stadt genannt. Denn viele Abteilungen hätten immer mal wieder mit dem Thema Graffiti zu tun. Daher sei es nicht möglich, eine Gesamtsumme der Reinigungskosten aufzulisten.

Schmierereien kosten die Lüner über 20.000 Euro im Jahr

WBL-Mitarbeiter entfernen einen Schriftzug auf der Jägerstraße. Hier kam ein Eurorubber zum Einsatz. Das ist ein Strahlgerät, das ein feines Wasser-Sand-Mineral-Gemisch sprüht, mit dem die Verunreinigung entfernt werden. © Stadt Lünen

Ein Beispiel ist die Schmiererei auf der Jägerstraße Anfang des Jahres. Hier hat die Abteilung Straßenbau WBL den Auftrag erteilt. Häufig nutzen die Mitarbeiter zum Entfernen ein Heißwassergerät. An der Jägerstraße hingegen musste der Eurorubber ran: ein Strahlgerät, das ein feines Wasser-Sand-Mineral-Gemisch sprüht.

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