Das Kunstwerk an der Garagenwand erinnert an die Zechenbahn, die bis 1987 durch den Stadtteil führte. © Stadtteilbüro Lünen-Süd
Kunst

Schüler-Graffiti erinnern an Bergbau-Vergangenheit in Lünen-Süd

13 Jugendliche der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule arbeiten an dem Graffitiprojekt „Begegnungen über Tage“. Das erste Bergbaumotiv kann am Bürgerplatz in Lünen-Süd bewundert werden. Weitere folgen.

„Die Kohlenbahn kommt“ steht in großen Buchstaben an einer Garagenwand am Bürgerplatz geschrieben. Daneben prangt das Motiv der Zechenbahn, die den Preußenhafen und die Zeche Gneisenau in Dortmund-Derne verband. Die Künstler Martin Bender aus Hagen und Oliver Mark aus Dortmund fertigten das Motiv nach einer Vorlage, die von 13 Schülerinnen und Schülern eines Projektkurses der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule stammt.

Das in Schwarz, Grau und Orange gehaltene Graffito ist das erste von mindestens zehn Kunstwerken, die im Laufe des Jahres in Lünen-Süd entstehen sollen. Das Motto: Begegnungen über Tage. „Ohne den Bergbau würde es diesen Stadtteil nicht geben“, sagt Florian Lollert vom Stadtteilbüro Lünen-Süd. Während des Projektkurses möchte Kunstlehrer Volker Krieger mit seinen Schülerinnen und Schülern an diese Vergangenheit erinnern und dabei auch den Stadtteil verschönern.

Projekt läuft seit Oktober 2020

„Die Jugendlichen haben lange recherchiert“, berichtet Lollert weiter. Im Oktober 2020 begannen sie mit der Spurensuche in der Vergangenheit. Sie sprachen etwa mit Zeitzeugen, die auf den Zechen Preußen und Gneisenau gearbeitet haben.

Inspiriert von historischen Fotos aus dem Stadtarchiv und dem Bergmannsmuseum Lünen, erschufen die Zwölftklässler zahlreiche Collagen auf Papier. Nach diesen Vorbildern brachten die Künstler Bender und Mark das erste Graffito an der Wand. „Wir haben für die weiteren Motive prominente Fassaden im Auge, die der Jägerstraße zugewandt sind“, führt Lollert aus.

Während das Bild am Bürgerplatz mit der Zechenbahn einen Aspekt des damaligen Alltags darstellt, konzentriert sich das zweite Bild auf einen anderen Schwerpunkt. „Die Schülerinnen und Schüler möchten Personen aus dem Stadtteil zeigen, die eng mit dem Bergbau verbunden sind“, verrät Lollert.

Welche Bilder danach folgen, stehe noch nicht fest. Es entstanden Skizzen und Ideen zu den Aspekten Umwelt, Selbstversorgung, Tierhaltung, Unfälle und Sicherheit unter Tage, aber auch zur Bergmannssprache oder zur Kneipenkultur.

Bergbau prägt auch die Zukunft des Lüner Südens

Die Jugendlichen sind froh, mit dem Projektkurs nicht nur in die Vergangenheit schauen zu können, sondern die Zukunft ihres Stadtteils aktiv mitgestalten zu dürfen. Möglich wird das durch helfende Betriebe, die das Projekt finanziell unterstützen.

Die Anwohner in Lünen-Süd zeigen sich begeistert. In Facebook-Gruppen geteilte Fotos ernten viele Likes und positiv gestimmte Kommentare. So tragen die Graffiti dazu bei, dass der Bergbau nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Zukunft des Stadtteils prägt.

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