Schuldspruch im Schmiergeld-Skandal bei Aurubis

Bestechung und Steuerhinterziehung

Geheime Absprachen, fiktive Rechnungen, Millionen schwere Schäden: Vier ehemalige Geschäftspartner der Aurubis AG in Lünen sind am Montag wegen Bestechung und Steuerhinterziehung verurteilt worden. Sie sollen einem früheren Mitarbeiter Schmiergelder gezahlt haben, der damit sein Doppelleben finanzierte.

LÜNEN

30.06.2014, 18:09 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die 36-jährige Ex-Rotlichtwirtin, die wegen Beihilfe zur Bestechung und Steuerhinterziehung angeklagt war, wurde nun vom Landgericht Bochum zu 16 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Die Richten nannten ihr Verhalten  "skrupellos."

Die 36-jährige Ex-Rotlichtwirtin, die wegen Beihilfe zur Bestechung und Steuerhinterziehung angeklagt war, wurde nun vom Landgericht Bochum zu 16 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Die Richten nannten ihr Verhalten "skrupellos."

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Begonnen hatte alles damit, dass sich ein ehemaliger Aurubis-Manager in eine Frau aus dem Bochumer Rotlicht-Milieu verliebt hatte. Er nahm die Bar-Dame mit nach Ostfriesland, gründete auf ihren Namen eine Unternehmensberatung und drängte die Angeklagten, die Scheinrechnungen seiner Geliebten fortan kommentarlos zu begleichen. Und das funktionierte prima.

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Die Bochumer Richter sprachen von einem Würgegriff, dem sich die Angeklagten nur schwer entziehen konnten. "Wer mit Aurubis im Geschäft bleiben wollte, musste zähneknirschend mitmachen", sagte Richter van den Hövel in der Urteilsbegründung. Man habe kaum eine andere Chance gehabt. Tatsächliche Leistungen erhielten die Angeklagten nicht. 

Insgesamt flossen der Geliebten des Aurubis-Managers über drei Millionen Euro zu, von denen an der Nordsee Häuser und Autos gekauft wurden. Richtig tragisch wurde es allerdings, als der Schwindel aufflog. Der Lüner Aurubis-Mann nahm sich das Leben, ließ auch seine eigene Familie - Frau und Kinder - völlig schockiert und ahnungslos zurück. Sie hatten bis zu diesem Zeitpunkt nichts von seinem Doppelleben geahnt. Dass die Urteile nicht höher ausgefallen sind, hängt vor allem mit den umfassenden Geständnissen der Angeklagten zusammen. Auch ein Großteil der Schäden wurde bereits wieder gutgemacht. Das Urteil gegen die Ex-Geliebte des Aurubis-Managers steht noch aus.

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